SF-Karikaturist Seli auch als Maler im Glück

Kürzlich wurde Seli als Mitglied der artbv Berchtoldvilla aufgenommen. Noch bis 28. Februar stellt er im Nonntal aus.

Thomas „Seli“ Selinger beherrscht den feinen Pinselstrich, wie er allwöchentlich als Illustrator der SF-„Zuckergoscherl“-Kolumne geistreich demonstriert. Er liebt aber auch den expressionistischen Ausdruck im größeren Format. Kürzlich wurde er als Mitglied der artbv Berchtoldvilla aufgenommen.

„Ich bin seit fünf Jahren hauptberuflich als Künstler tätig. Manchmal braucht man so ein Hakerl als Bestätigung“, begründet Seli seine Entscheidung, den Aufnahme-Antrag zu stellen. Auch, weil ein Kollege abgeblitzt war. „Das hat mich gereizt. Es ist eine Bestätigung für meine Kunst.“

Die Neuzugänge geben noch bis Ende Februar in der Ausstellung „mehrstimmig“ Einblick in ihr Werk, Seli zeigt Teile seines Werkzyklus „Den Apollonen dürstet“. An diesem arbeitet er seit vier Jahren. Einst als „Hirngespinst“ geboren, hat ihn die Idee dieser Wesen, die „schon lange vor Apoll auf der Welt waren“, wie er scherzt, nicht mehr losgelassen.

Seli erzählt darin eine „Geschichte von Wandel, Erlösung, Schmerz, Liebe und Hilfsbereitschaft“. Letztlich geht es ihm um nicht weniger als die Rettung der Welt. „Die Apollonen verwandeln alles, was schlecht ist, in Gutes“, erklärt Seli. Die Erhabenheit und Ernsthaftigkeit des Göttlichen fehlt Selis Apollonen aber, sitzt ihrem Schöpfer doch stets auch der Schalk im Nacken – trotz oder gerade wegen der (globalen) Herausforderungen, mit denen sich unsere Welt konfrontiert sieht. Selis Werk ist nicht nur dunkel, sondern auch farbenfroh, denn: „Die Welt darf Freude spüren“, findet er.

Im Eingangsbereich der Berchtoldvilla empfängt einen daher eine zwei Meter hohe Skulptur des zauberhaften Goldybird aus dem Apollonen-Zyklus. Weiters zeigt Seli eine 6er-Serie Tuschezeichnungen und sieben Acrylbilder. Ihn freut, dass die meisten Besucher sich auch für die Geschichte hinter den Werken interessieren, auf den „Apollonenzug aufspringen“.

Mehr von Seli gibt es aktuell am Stadtwerkeareal in der Riedenburg, wo sich seine Apollonen ein großes Schaufenster an der Neutorstraße zur temporären Heimat auserkoren haben.

Von Petra Suchanek

Im Bild: Seli vor seinem Kunstwerk „Den Apollonen wird befohlen“. Zu sehen in der Bercholdvilla. Foto: Martina Selinger