Oscarreifes Design einer jungen Salzburgerin

Bei der Oscar-Verleihung am 24. Februar mischt mit Julia Körner auch eine Salzburgerin mit. Sie entwarf Kostüm für  „Black Panther“.

Die amerikanische Designerin Ruth Carter, die für die Kostüme im Science-Fiction-Film „Black Panther“ verantwortlich ist, beauftragte Julia Körner, Umhang und Krone für die Hauptdarstellerin Angela Bassett zu entwerfen und zu realisieren. Körner hat sich mit ihrem Label JK Design auf 3D-gedruckte Mode spezialisiert.

Julia Körner realisierte für „Black Panther“-Hauptdarstellerin Angela Bassett Umhang und Krone mittels 3D-Druck-Technologie. Von links nachr rechts: Shuri (Letitia Wright) and Ramonda (Angela Bassett). Bild: Matt Kennedy.  Costume Design Ruth Carter ©Marvel Studios 2018

Damit erregte die Salzburgerin, die am Musischen Gymnasium maturierte und in Wien Architektur studierte, bei den Pariser Haute-Couture-Shows Carters Interesse. „Man braucht viel Erfahrung und Expertise in Digitalen-Design-Methoden und vor allem viel Geduld, um ein 3D-Design am Computer zu entwickeln“, erklärt Körner auf Anfrage des SF.

Marvel Studios‘ BLACK PANTHER Ramonda (Angela Bassett), Bild: Matt Kennedy ©Marvel Studios 2018

Nominiert in der Kategorie „Bestes Kostümdesign“

Diese moderne Technologie war bei „Black Panther“ gefragt, die Aufgabenstellung lautete, eine Symbiose zwischen afrikanischer Ästhetik und modernster Technologie zu schaffen. Körner: „Es gibt nur eine Handvoll Menschen auf der Welt, die in diesem Bereich mein Wissen teilen und das umsetzen können, was ich realisiere.“

„3D-Druck ist beim Kostümdesign sehr wirkungsvoll“, sagt Julia Körner. Foto: Ger Ger

Dass eine der sieben Oscar-Nominierungen des Films die Kategorie „Bestes Kostümdesign“ betrifft, freut Körner.

Auch wenn nicht sie, sondern Ruth Carter den Oscar erhalten würde: „Als ich meine Kreationen erstmals auf der Kinoleinwand sah, war das ein unbeschreibliches Gefühl. Es ist mein erster Film, bei dem ich mitgewirkt habe. Jetzt werden die Kostüme vielleicht sogar mit einem Oscar gewürdigt. Das ist eine enorme Auszeichnung für mich und meine Arbeit und zeigt wie wirkungsvoll der Einsatz von 3D-Design und 3D-Druck-Technologie im Kostümdesign ist.“

Ihr aktuellstes Projekt betrifft den roten Teppich in der Oscar-Nacht, mehr wolle sie darüber nicht verraten.

Langweilig wird Körner nicht: Sie arbeitet gerade an einem neuen Filmprojekt und einer neuen Kollektion für ihr Mode-Label.

„Meine Fashion Linie JK Design ist inspiriert von der Natur. Ich schaffe komplexe Strukturen, die so aussehen, als würden einzelne Naturelemente aus dem Körper herauswachsen.“

Mit traditionellen Herstellungsmethoden wären diese Strukturen nicht realisierbar, erklärt Körner die Vorzüge des 3D-Drucks.

Von Petra Suchanek