Nicht nur eine futuristische Vision

Es ist zum einen der Mangel an Arbeitskräften, aber auch der technische Fortschritt, der das Bauen derzeit revolutioniert.

Teile, ja sogar komplett eingerichtete Bäder werden in der Halle vorgefertigt und dann auf der Baustelle zu einem Ganzen zusammengefügt. „Damit lässt sich die Bauzeit um einiges verkürzen“, erklärt der Salzburger Bauexperte Wolfgang Maislinger von Hölzl & Hubner Immobilien, „man braucht auf der Baustelle kaum Platz zum Lagern der Baustoffe und hat weniger Probleme damit, den Einsatz der Handwerker an verschiedenen Orten zu koordinieren“.

Nachhaltiges Bauen

Dabei ist es egal, ob man dafür Holz oder Betonfertigteile verwendet. Holz wird allerdings immer beliebter. Denn auch das Thema Nachhaltigkeit spielt beim Bauen eine große Rolle. „Holz kommt aus unseren heimischen Wäldern, es entzieht der Atmosphäre das schädliche CO2 und wächst wieder nach“, argumentiert Friedrich Egger, Innungsmeister der Landesinnung Holzbau, „und es muss nicht aufwändig entsorgt werden, sondern lässt sich wiederverwenden und im letzten Nutzungsschritt auch noch thermisch nutzen, also verbrennen“.

„Man muss sich an die Gegebenheiten anpassen können“, sagt der Salzburger Bauexperte Wolfgang Maislinger von Hölzl & Hubner. Foto: Sebastian Albert Photography / sebastianalbert.com

Im Kampf gegen die hohen Baupreise – u.a. durch fehlenden Grund und Boden verursacht – scheint sich ein weiterer Hoffnungsschimmer aufzutun. Mit einem Druckroboter können nämlich ganze Häuser „ausgedruckt“ werden – innerhalb kürzester Zeit und zu wesentlich geringeren Kosten als üblich. Was im Moment erst mit Einfamilienhäusern versucht wird, könnte eines Tages auch für ein Mehrparteienhaus möglich sein – davon geht Maislinger aus.

Die Zuflucht zu den Ballungsräumen trägt ebenfalls dazu bei, dass Wohnraum immer knapper wird. Für den Neubau steht kaum mehr bis gar keine Fläche zur Verfügung – also muss man andere Wege suchen.

„Gerade in Salzburg gibt es sehr viele Dachgeschoße, die ausbaufähig wären“, weiß Maislinger, „auch könnte man Altbauten renovieren, nachverdichten oder aufstocken. Aber dafür sind halt nicht immer die Voraussetzungen gegeben“. Ganz generell sei ein verstärkter Bedarf an kleinen Wohneinheiten zu bemerken. Etwas, dass übrigens zuvor viele Jahre verpönt war. Aber wie in so vielen Bereichen gilt wohl auch hier: Trends kommen, gehen vorbei und kehren manchmal sogar wieder zurück.

Apropos Trend: Noch einer macht sich bemerkbar: jener zum „Intelligenten Zuhause“. Dieses firmiert unter dem Titel „Smart Home“ und erlaubt den ferngesteuerten Zugriff auf Heizung, Fenster oder auch diverse Haushaltsgeräte.

Von Michaela Pircher

 

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