Die inneren Werte des Leinsamens

Noch einmal geht es um die unscheinbaren, kleinen Samen: Leinsamen wachsen auch bei uns gut.

Freilich haben wir Pinzgauer lieber Stoffe daraus gemacht als das Öl herausgepresst. Der Flachs liefert ja wirklich schönes Leinen.
Im Leinsamen steckt, wie der Name schon sagt, das Leinöl. Und das ist ein ganz besonderer Tropfen. Das Leinöl hat nur eine Schwäche: Es kann sich nicht abgrenzen. Sobald es an die Luft kommt, reagiert es auch schon mit dem Sauerstoff.

Die Fettsäuren im Leinöl sind hauptsächlich ungesättigt, das bedeutet, sie sind noch nicht satt und haben noch freie Bindungsstellen. Die können sich dann sehr schnell den Sauerstoff schnappen, oxidieren und werden fest und ranzig. Leinöl oxidiert so stark, dass es richtig hart wird und alles, was darunter verborgen liegt, gut mumifiziert. In der Kosmetik nennt man dies ein trocknendes Öl. Leinölfirnis wird der Wandfarbe zugegeben, es macht sie haltbarer.

Viele der ungesättigten Fettsäuren im Leinöl haben einen ganz bestimmten chemischen Bauplan, wo die Doppelbindung an der drittvorletzten Stelle liegt. Die nennt man Omega-3-Fettsäuren. Diese Art von Fettsäuren werden in unsere Zellmembranen eingebaut und halten sie elastisch.

So funktioniert der Zellstoffwechsel gut. Elastische Zellen haben einen gewissen Anti-Aging-Effekt, das sollte doch Motivation genug sein, das Leinöl zu probieren. Zudem wirkt es entzündungshemmend und Cholesterinspiegel senkend. Wichtig ist immer die Qualität des Leinöls: frisch und bei niedriger Temperatur gepresst sollte es sein.

Ein Teelöffel bis ein Esslöffel Leinöl pro Tag ist die Menge, die uns guttut. Ob pur, im Salat oder im Krentopfen zu den Erdäpfeln, bleibt jedem selbst überlassen.

Tipp: Am 21. März erscheint von Karin Buchart das Buch „Hausmittel. In einfacher Anwendung zum Heilen und Lindern“ im Servus Verlag

Von Karin Buchart

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