„Das Rauchverbot ist sinnvoll“

Neue Altersgrenze: Ab 1. März ist Rauchen erst ab 18 Jahren erlaubt. Familienländesrätin Klambauer begrüßt im Interview das Verbot.

In den meisten Bundesländern ist der neue  Jugendschutz schon am 1. Jänner in Kraft getreten. Ab 1. März dürfen Jugendliche auch in Salzburg nicht mehr ab 16, sondern erst ab 18 Jahren Zigaretten rauchen. Was bringt das neue Rauchverbot für Unter-18-Jährige wirklich? Nikotin besorgen sich viele Mädchen und Burschen schon jetzt auf Umwegen.  Weil in Österreich verboten, wird Kautabak in Freilassing und Lutschtabak online gekauft. Der letzte Schrei sind Nikotinsäckchen, die man unter die Oberlippe platziert und (noch) legal in der Trafik erhält. Die Salzburger Familienlandesrätin Andrea Klambauer (NEOS) verspricht sich von dem neuen Gesetz dennoch Erfolg.

SF: Werden durch das Verbot weniger junge Leute rauchen?

Andrea Klambauer: Ja, diese neue  einheitliche Regelung ist sehr wichtig und sinnvoll. In Österreich rauchen mehr 12- bis 18-Jährige als in jedem anderen EU-Land.Einzelne Wirte klagen schon über Umsatzeinbußen, weil  sie jetzt strenger kontrollieren müssen.
Die Bestimmungen muss jeder Wirt kennen, das ist zumutbar. In Salzburg durften Jugendliche hochprozentige alkoholische Getränke schon bisher erst ab 18 konsumieren. Jetzt muss  auch geschaut werden, dass Gäste unter 18 nicht rauchen. Dass Trafikanten  Zigaretten nicht mehr an 16- und 17-Jährige verkaufen dürfen, begrüße ich. Ich halte es für richtig, dass  man nicht mehr daran verdient, wenn man an Jugendliche Tabak und Alkohol verkauft.

Wird es mehr Kontrollen geben und wer kontrolliert?

In der Stadt die Polizei, am Land die Polizeiämter der Bezirkshauptmannschaften. Es ist noch offen, ob mehr kontrolliert werden wird. Für gut halte ich, dass  Trafikanten und Gastwirte bei Verstößen bestraft werden müssen. Die Mindeststrafe beträgt 250 Euro.

Dürfen sich Jugendliche weiterhin in Raucherbereichen aufhalten?

Ja. Derzeit läuft aber am Verfassungsgerichtshof ein Verfahren in dieser Frage. Ein Jugendlicher hat im Sinne des Nichtraucherschutzes einen Gastwirt geklagt.

Wie viele Salzburger Jugendliche rauchen?

Eine Erhebung zeigt, dass bei den 15-Jährigen  14 Prozent der Mädchen und 15 Prozent der Burschen regelmäßig rauchen. Bei den Mädchen gibt es einen deutlichen Anstieg. Viele begründen es mit dem Wunsch, schlank zu sein. Das halte ich für sehr problematisch.

Viele Jugendliche lutschen Kautabak. Das Verkaufsverbot greift nicht.

Das mag sein, aber da kann  der Jugendschutz nicht eingreifen.

Sind Kautabak und Nikotinsäckchen gesünder als Rauchen?

Diese Alternativen sind nicht so schädlich wie Zigaretten. Sie machen aber auch schnell nikotinsüchtig und bringen Konsumenten letztlich oft doch zum Rauchen.

Bedauern Sie, dass das Rauchverbot in der Gastronomie nicht  eingeführt wurde?

Ja, sehr sogar. Da geht es  darum, Menschen vor dem Passivrauchen zu schützen.

Nikotin – ohne Rauch

Restriktiv ist man in Österreich gegen Rauchersatzprodukte vorgegangen. So ist der Verkauf von  Kautabak  hierzulande seit 2016 verboten. Ein Vorarlberger Unternehmer macht seither mit Nikotinsäckchen ordentlich legal Umsatz. Die Säckchen werden wie Kautabak gelutscht, enthalten keinen Tabak, dafür mehr Nikotin als Zigaretten.

Von Sabine Tschalyj