Energieeffizienz: Warm und kostengünstig

Bis zu 2.000 Euro jährlich kann man allein durch den Tausch einer alten Heizanlage sparen.

Ein Drittel der Heizsysteme in privaten Haushalten sind älter als 20 Jahre. Das kommt daher, dass die meisten privaten Einfamilienhäuser bei uns in den 1970er bis 1990er-Jahren entstanden sind. Sie stehen der Erreichung vereinbarter Klimaziele gewaltig im Wege. Viele Hausbesitzer haben keine Lust oder nicht die nötigen finanziellen Mittel für die Umrüstung eines Heizsystems, die am besten auch noch zusammen mit einer zusätzlichen Wärmedämmung realisiert werden sollte.

Ölkessel-Raus-Aktion des Landes

Um die schleppende Entwicklung etwas „anzuheizen“, hat das Energieressort des Landes nun eine besondere Aktion ins Leben gerufen. „Wer sich dazu entschließt, einen alten Ölkessel durch ein System mit erneuerbaren Energiequellen zu ersetzen, wird dabei von uns finanziell unterstützt“, so Energielandesrat Heinrich Schellhorn.

Konkret heißt das: Für den Tausch eines alten Heizkessels gegen eine moderne Pelletsheizung gibt es 5.020 Euro bar auf die Hand, bei einem Anschluss an die Biomasse-Nahwärme kann man sogar bis zu 7.520 Euro lukrieren.

Weit entfernt von Klimazielen

Auch Robert Lechner vom Österreichischen Ökologieinstitut weist in einer aktuellen Analyse auf die Problematik hin: „Hausbesitzer haben meist gar keine Ahnung, wie sie den energetischen Zustand ihres Eigenheims verbessern könnten“, ist er sich sicher. Und fest steht auch, dass fossile Heizsysteme einen wesentlichen Anteil an der negativen Klimabilanz haben.

Statt einem angepeilten Rückgang des Treibhausgasausstoßes in Österreich ist dieser 2017 erneut – und zwar zum dritten Mal hintereinander – gestiegen, wie das Umweltbundesamt vor Kurzem bekannt gab.

Zumindest gibt es im Neubau ein „Quasi-Verbot“ für Ölheizungen. „Hier wurden so strenge Grenzwerte angesetzt, die man mit Öl kaum erreichen kann“, erklärt Georg Thor, GF der Energieberatung Salzburg.

Ob der Einsatz von „grünem Heizöl“, wie aktuell von der Energiebranche propagiert, an der Situation etwas ändern kann, bleibt abzuwarten. Im Moment wird der aus pflanzlichen Ölen, tierischen Fetten und diversen Abfallstoffen hergestellte Brennstoff erst an zwei Standorten produziert. Schwer vorzustellen, dass das für den Betrieb der noch existierenden 700.000 Heizungen in Österreich ausreichen würde.

Am teuersten ist das Heizen mit Öl

Aktuell jedenfalls verursacht eine Ölheizung die höchsten Kosten – egal ob vor oder nach einer Sanierung. Das belegt eine Studie der Österreichischen Energieagentur für 2018. Auch in einer Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek zeigt sich, dass 53 Prozent der Heizöl-Haushalte die Kosten als eher große Belastung empfinden, 15 Prozent empfinden die Kosten sogar als sehr große Belastung.

Beim Umstieg auf ein neues Heizsystem spekulieren 41 Prozent der Befragten auf eine Wärmepumpe, während 29 Prozent Solarthermie nutzen wollen. Lediglich 15 Prozent wollen in eine Pellets-Heizung und zwölf Prozent in Fernwärme investieren.

Die kostenlose Beratung nutzen

Energieberater Thor schreibt auch der Luftwärmepumpe großes Potenzial zu: „Gerade in einem gut gedämmten Einfamilienhaus schneidet diese von den Kosten her sehr gut ab“, berichtet er, „aber das muss man immer im Einzelfall betrachten.“

Auch der Photovoltaik kann Thor einiges abgewinnen: „Diese Art der Energiegewinnung für den eigenen Verbrauch setzt sich bei uns immer mehr durch. Nicht nur am Dach, auch an Südfassaden lassen sich Solarzellen gut nutzen, um damit sozusagen kostenlos Strom für den Eigenbedarf zu gewinnen bzw. die Warmwasseraufbereitung oder das Beheizen der Räume zu unterstützen.“

In allen Fragen rund um den Energieeinsatz und Fördermöglichkeiten bietet das Land kostenlose Beratungen an. Einfach Termin vereinbaren (Tel. 0662/ 8042-3151 ) oder am Messestand vorbeischauen.

Von Michaela Pircher