Nichts für Warmduscher

Zwei Salzburger tauchen ab. Im eiskalten Wasser. Weil’s stärkt und belebt, sagen sie.

Das Entenpärchen im Almkanal hat sich bereits an die zweibeinige Gesellschaft gewöhnt. Denn Florian Mrazek und Richard Hammerer suchen seit Winterbeginn regelmäßig das eiskalte Nass auf. Sie tümpeln auch bei Minusgraden in Almkanal, Königsseeache oder Fuschlsee.

Auslöser dafür war Mrazeks kleine Tochter, erzählt der 37-jährige Journalist. Nicht, weil sie ihn auf die Palme gebracht hätte, sondern weil sie aus dem Kindergarten stets Viren mitschleppte. Seine Frau und er waren vorigen Winter ständig krank, erzählt er. Deshalb beschloss er, sein Immunsystem zu stärken – und kam über eine Bekannte aufs Eisschwimmen.

Bevor sie ins Wasser gehen, bereiten sich Florian Mrazek (li.) und Richard Hammerer mit Atemübungen auf den Schockmoment des Eintauchens vor. Foto: Eva trifft

„Früher dachte man, Kälte sei ungesund. Heute weiß man, dass sie extrem gut gegen Entzündungsprozesse ist. Im Leistungssport setzt man auf Kältekammern“, sagt Mrazek, der sich als passionierter Läufer sehr für Gesundheit und Körper interessiert.

Unvorbereitet ins Wasser zu springen, empfiehlt Mrazek nicht. Rekordhalter Wim Hof aus den Niederlanden entwickelte fürs Eisschwimmen eine eigene Methode. Mrazek: „Bevor wir ins Wasser gehen, machen wir ein 15- bis 20-minütiges Atemtraining, um den Körper mit Sauerstoff anzureichern und auf den Schockmoment vorzubereiten.“ Das Eisschwimmen fördere auch die mentale Stärke: Denn der schlimmste Moment für Mrazek ist, wenn er in Badehose neben dem Auto steht und weiß, dass er gleich ins Wasser muss.

Bei den 4. Österreichischen Meisterschaften (!) am 16. Februar in Altenwörth/NÖ werden die beiden nicht mitmachen, vom Schwimmen seien sie noch weit entfernt: „Noch sind wir absolute Anfänger. Wie zwei Teesackerl beim Tunken“, lacht Mrazek. Bis zu vier Minuten halten sie im Wasser aber schon durch.

Geschafft! Bis zu vier Minuten halten es die beiden „Stodinger“ im eiskalten Wasser des Almkanals bereits aus. Ihr Ziel: Einmal nicht nur stehen und eintauchen, sondern in der Kälte richtig zu schwimmen. Foto: Eva trifft

Das bleibt nicht unbemerkt. Passanten reagierten ausnahmslos positiv, sagt Mrazek, nur eine ältere Dame wollte die Rettung rufen. Das Eisbaden zeige Wirkung, ist Mrazek überzeugt, diesen Winter war er noch keinen Tag krank. Ob man für diese Art der Abhärtung geeignet ist, lässt sich leicht feststellen: Wem Kaltduschen im Winter schon zu viel ist, der braucht ans Eisschwimmen erst gar nicht zu denken.

Von Petra Suchanek

Am Foto: Florian Mrazek (li.) und Richard Hammerer als Haubentaucher, wie sie sich bezeichnen, in Aktion. Bilder: Eva trifft