Handy-App für Diabetiker: Bald erste Tests

 Bei weitem nicht jeder Patient mit Diabetes Typ 2 wäscht sich vor dem Blutzuckermessen die Hände. Dabei ist das extrem wichtig.

Forscher der Fachhochschule Salzburg hatten an der Diabetesambulanz in den Salzburger Landeskliniken Patienten befragt: „Nur jeder zweite hat angegeben, dass er vor dem Messen seine Hände wäscht. Dabei sind saubere Hände extrem wichtig, damit der Wert stimmt. Sonst spritzt man zu viel oder zu wenig Insulin“, schildert Geja Oostingh.

Die Leiterin des FH-Studienganges Biomedizinische Analytik und ihr Team stellten fest, dass sich viele Diabetiker sehr schwer damit tun, nach einer Diabetes-Diagnose ihren Lebensstil zu ändern. Dazu zählt neben der korrekten Blutzuckermessung auch mehr Bewegung und gesündere Ernährung.

App kontrolliert Gesundheit und gibt Tipps

Die Forscher haben gemeinsam mit den Studiengängen Gesundheits- und Krankenpflege und MultiMediaTechnology eine Smartphone-App entwickelt. Damit sollen Diabetiker während und nach Diabetiker-Schulungen das Gelernte leichter im Alltag umsetzen: Wie man den Blutzucker misst, was man essen darf und was nicht. Welche Schuhe die Füße gesund halten und bei welchen Symptomen man zum Arzt gehen sollte.

„Hoffentlich bietet die GKK Patienten unsere App an“, meint Geja Oostingh von der FH Salzburg. Foto: Neumayr/Leo

„Wir glauben, dass smartphoneaffine Menschen von der App profitieren“, zeigt sich die gebürtige Holländerin überzeugt. Sie geben in die App ein, wie viel sie sich bewegen, was sie essen, wie ihre Blutwerte sind. Der behandelnde Arzt sieht den Verlauf und kann den Patienten bei Bedarf in die Praxis bestellen.

Patienten unter derartiger Kontrolle würden eher auf ihre Gesundheit achten, glauben die Forscher. Die App senke bei Patienten das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten und verbessere deren Gesundheit, das komme auch dem Gesundheitssystem zugute.

Von März bis Mai 2019 wenden Testpersonen unter fachlicher Aufsicht die neue App an. Geja Oostingh ist zuversichtlich: „Hoffentlich bietet danach die Gebietskrankenkasse ihren Patienten unsere App an. Das wäre ein Traum.“

Die Chance besteht. Immerhin überlegt man auch bei der Pensionsversicherungsanstalt gerade, den Versicherten eine aktuelle Entwicklung der FH anzubieten: Eine App, die Herzpatienten nach der Reha zu konsequenter Nachsorge animiert.

Von Sabine Tschalyj