Geburtstagsfeier am Flughafen

Frau aus Aserbaidschan traf dank Hilfe der Polizei ihre Freundin. „Danke. Diesen Geburtstag werde ich nie vergessen“.

Mit diesen Worten verabschiedete sich unlängst eine Passagierin von den Polizisten am Flughafen Salzburg. Die 53-jährige Aserbaidschanerin war von London nach Salzburg geflogen, um eine langjährige Freundin zu besuchen. „Ihr Sohn hat ihr einen großen Geburtstagswunsch erfüllt, indem er ihr das Flugticket geschenkt hat“, schildert Robert Engels, Kommandant der Flughafenpolizei.

Doch als die Frau an der Passkontrolle ankam, erlebte sie eine böse Überraschung: Sie hatte ein falsches Visum. „Die Dame dachte, sie hätte ein Schengen-Visum, doch es war nur ein Einmalvisum für Tschechien, mit dem sie 2018 nach Prag gereist war“, so Engels. Während die Salzburger Freundin samt Mann schon freudig in der Ankunftshalle wartete, mussten die Polizisten der Frau aus Aserbaidschan mitteilen: „Sie dürfen nicht einreisen.“

Eigentlich stünde in so einem Fall auch eine Anzeige nach dem Fremdenpolizeigesetz an. Doch die Beamten beließen es bei einer Abmahnung und entschlossen sich prompt dazu, dem „Geburtstagskind“ zu helfen. Man geleitete die kleine Gesellschaft in die Polizeidienststelle, bot einen Tisch und Kaffee an und ließ die drei auf diese Art Geburtstag feiern.

Engels: „Die haben sich sehr gefreut. Das hat auch den Kollegen getaugt. Später am Abend haben sie der Frau ein Feldbett im Transitraum aufgestellt.“ Nach der Übernachtung wurde die Frau zum nächsten Flugzeug nach London gebracht.

Übernachtung im Feldbett

Die Flughafenpolizei sorgt für die Sicherheit am Airport. Das reicht von der Passkontrolle bis zur Aufsicht über die Sicherheitsfirma Securitas, die die Passagiere durchcheckt. Eingeschritten wird, wenn Fluggäste unangenehm auffallen, sei es durch Trunkenheit nach einer Woche Aprés-Ski oder wegen Unbeherrschtheit am Check-In.

Auch rund um das Flughafengelände haben die derzeit 40 Polizeikräfte zu tun. Etwa wenn es auf der Innsbrucker Bundesstraße kracht. „Für uns ist es ganz wichtig, dass nach einem Verkehrsunfall die Verkehrswege zum Flughafen schnell wieder frei werden“, sagt Airportsprecher Alexander Klaus.

„Der kleine Dienstweg erleichtert vieles.“ Alexander Klaus, Pressesprecher Flughafen

Typische Einsätze sind Unfälle von überhohen Lkws, die die Decke der Flughafenunterführung rammen, und Raserkontrollen. Engels: „Der Letzte ist mit 163 statt 50 km/h durch den Tunnel gerast. Wir haben ihn erwischt.“

Während Raser die volle Härte des Gesetzes trifft, menschelt es am Flughafen selbst des Öfteren. „Da geht es um Rollstühle für gebrechliche Leute oder um Verpflegung für gestrandete Passagiere.“Oft hilft dabei der „kleine Dienstweg“, indem Schwierigkeiten durch kurze Absprachen unbürokratisch gelöst werden. Man kennt sich ja schon lange. 30.000 Passagiere am TagAn Spitzentagen, wie jetzt im Winter, gehe es gar nicht anders, so Alexander Klaus.

„Da musst du manchmal improvisieren, damit der Passagierfluss gewährleistet bleibt.“ Die Wintersamstage sind für das gesamte Personal eine Riesenaufgabe. Pro Tag landen statt 25 bis zu 125 Maschinen. Es gilt, bis zu 30.000 Passagiere abzufertigen. Und alles soll schnell gehen.

Klaus: „Früher wurden die Passagiere auf Messer untersucht, heute sogar schon auf Sprengstoff, das dauert heute alles viel länger.“ 2021 müssen auch die Fingerabdrücke genommen und jeder Passagier fotografiert werden. Engels und Klaus meinen: „Das wird hart.“

Von Sabine Tschalyj

Am Bild: Kommandant Robert Engels und Markus Dölderer (in Ausbildung). Bild: Sabine Tschalyj