Gripp sei stad: Mit Kräutertee

In handverlesenem Kräutertee aus der Region stecken nur die besten und gesündesten Teile der Kräuter. Gießen wir uns die Sonne von 2018 auf!

Für den regionalen Kräutertee in der Grippezeit macht niemand Werbung. Natürlich ist der Kräutertee keine Möglichkeit, um viel Geld zu verdienen. Vor allem dann, wenn er in unserer Gegend kultiviert und handgepflückt wird. Oder wildgesammelt.
Am Beispiel vom Kamillentee kann ich das gut erklären. Wer Kamille selber ziehen möchte, muss zuerst säen oder die kleinen Pflänzchen setzen. Dann warten, bis sie die Blüten öffnen und bei Sonnenschein ernten. Für den Eigenbedarf geht das vielleicht noch. Wer
jedoch Kamille vermarkten möchte, der braucht alleine für die Ernte von einem Kilogramm Kamille ungefähr 10 Stunden.
Wer Kamillenpflanzerl setzt, pflegt, erntet, trocknet, rebelt, abfüllt, etikettiert nach Vorschrift und vermarktet, kommt schnell dahinter, warum regionale Kräuterbäuerinnen kaum Kamille anbauen. Einige andere Kräuter sind etwas leichter zu produzieren, trotzdem möchte ich alle Kunden daran erinnern, wie viel handwerkliche Energie und wie viel Fachwissen in einem 20 g Packerl regionalem Bio-Kräutertee steckt. Was nicht drinnen ist: Pflanzenschutzmittel und Unkraut. Denn im handverlesenen Tee sind nur die besten und gesündesten Teile des Krautes. Doch aus dem Packerl kommen 20 Liter Kräutertee von höchster Qualität, das ergibt einen Literpreis von rund 0,20 Euro für den fertigen Tee. Das regionale Teepackerl sollte doppelt so viel kosten, um dieses Produkt auch monetär wertzuschätzen. Kräuterduft und Aroma solcher Tees sind unglaublich! Ein Liter Limonade kostet rund fünf Mal so viel (enthält Wasser, Zucker und künstliche Zutaten, meistens keinen einzigen Pflanzenwirkstoff).
Aber jetzt zurück zur grippigen Zeit: Holunderblüten und Lindenblüten zum Schwitzen, Mädesüß gegen die Gliederschmerzen und Kamille, wer mag, das ist eine gute Kombination. Die Salzburger Kräuterbäuerinnen und -bauern haben im letzten Sommer für uns gearbeitet. Jetzt, wo wir sie brauchen, können wir uns die Sonne von 2018 aufgießen!

Von Karin Buchart, TEH Akademie Unken, karin@buchart.at

Bild oben: Kräuter wie Kamille helfen als Tee durch den Winter.Bild: pixabay