Wohnbauförderung neu: Antrag stellen ohne Stress

Seit Jahresanfang 2019 gelten in der Salzburger Wohnbauförderung neue Bestimmungen. Der Stress bei der Antragstellung entfällt, es zählen Punkte.

Wer hat den schnellsten Internetanschluss? Diese Frage war in den vergangenen Jahren ausschlaggebend für viele Salzburger, die ein Haus bauen wollten. Um vom Land Salzburg Wohnbauförderung zu bekommen, mussten die Antragsteller schnell sein. Die ersten bekamen die zur Verfügung stehenden Förderungen, die unmittelbar danach eingehenden Anträge wurden abgelehnt. Hinzu kamen Missverständnisse. Es gingen Meldungen durch Medien, dass nicht nur Häuslbauer betroffen seien, sondern auch Wohnungskäufer. „Der Markt war beunruhigt“, schildert ein Salzburger Bauträger. Viele kaufinteressierte Salzburger gingen davon aus, dass das Kontingent für Kaufförderungen so schnell verbraucht sei wie jenes für Errichtungsförderungen.

Mehrere Monate Zeit

für die BeantragungMit dem Stress bei der Antragstellung und damit einhergehenden Missverständnissen  ist seit Jahresbeginn Schluss. Mit 1. Jänner 2019 hat das Land neue Richtlinien in der Wohnbauförderung in Kraft gesetzt. Wer online eine Wohnbauförderung beantragt und nicht zum Zug kommt, dessen Antrag wird in der nächsten Periode nochmals mitgereiht. Eine Ablehnung ist erst danach möglich. Weil von Quartalen auf Trimester umgestellt worden ist, hat man jetzt mehrere Monate Zeit, um seinen Antrag abzugeben.

Wer Fördergelder bekommt und in welcher Höhe, das hängt seit Jahresbeginn von einem Punktesystem ab. Die Reihung erfolgt nach der Größe des Grundstücks, wobei Grundstücke unter 400 Quadratmetern die meisten Punkte erzielen, sowie weiteren Kriterien. Darunter fällt die Familiensituation und das Einkommen. Auch die Ökologie spielt eine Rolle. Energieeffiziente Baumaßnahmen erhöhen die Chancen auf Förderung.

Beim Land betont man die Transparenz des neuen Punktesystems. „Jeder, der eine Förderung bekommt, kann sich jetzt die voraussichtliche Höhe ausrechnen“, schildert Felix Eypeltauer, Sprecher von Neos-Wohnbaulandesrätin Andrea Klambauer. Die Geldbeträge für Häuslbauer waren früher erheblich höher. Mit dem annähernd gleichen Budget wie bisher wird jetzt an mehr Personen Wohnbauförderung ausbezahlt. Der maximale Zuschuss zum Bau eines Wohnhauses beträgt jetzt 26.000 Euro.

Familien punkten am stärksten

Insgesamt 400 Käufer von neuen Wohnungen und Wohnhäusern im Bundesland können für diese heuer eine Kaufförderung erhalten. Das Land Salzburg fördert mit dieser Unterstützung Singles, Paare, insbesondere aber Familien. Für sie stehen die höchsten Zuschüsse bereit. Diese setzen sich aus einem Grundbetrag und Zuschlägen zusammen. Den höchsten Grundbetrag erhalten Familien mit drei oder mehr Kindern (32.500 Euro). Der zweithöchste Betrag (31.000 Euro) steht für Jungfamilien mit mindestens einem Kind zur Verfügung. Alleinerziehende mit mehreren Kindern sowie wachsende Familien ohne Kind haben die Aussicht auf 29.000 Euro. Zusätzliche Punkte in der Reihungsliste sammeln Antragsteller, deren Wohnung oder Wohnhaus möglichst energieeffizient ist und mit ökologischen Baustoffen errichtet wurde. Barrierefreiheit bringt weitere Punkte.

Im Gegensatz zur Errichtungsförderung, wo die Fördersätze pro Wohnobjekt gekürzt wurden, gibt es bei der Kaufförderung in manchen Fällen höhere Fördersätze als im alten System. Beispiel: Eine Jungfamilie mit Kind erhielt bisher höchstens 46.100 Euro Kaufförderung. Nach der nun geltenden Gesetzesfassung hat die Familie Aussicht auf bis zu 49.600 Euro, ein Plus von 3.500 Euro. Voraussetzung ist eine hohe Anzahl an Zuschlagspunkten für Energieeffizienz, Standortqualität, Barrierefreiheit und Geschoßflächenzahl. Das neue Wohnbaugesetz ermöglicht auch wieder Förderungen beim Kauf von Wohnungen und Häusern auf Baurechtsgrundstücken.
Kaufförderung kommt für den Erwerb von neu errichteten Wohnungen und Häusern in der Gruppe infrage. Verkäufer sind gewerbliche oder gemeinnützige Bauträger. Das  Wohnobjekt muss sich  in Stadt oder Land Salzburg befinden und bisher unbewohnt gewesen sein.

Ist der Kaufpreis zu hoch, sinkt der Zuschuss

Förderwerber müssen mindestens zehn Prozent Eigenmittel und mindestens 20 Prozent Fremdmittel für den Kauf aufweisen. Der Zuschuss ist nicht zurückzuzahlen. Achtung ist bei den Kaufpreisen geboten. Übersteigt der Quadratmeterpreis eine festgelegte Grenze, sinkt der Zuschuss. In der Stadt Salzburg liegt der Höchstsatz pro Quadratmeter bei 4.200 Euro. Günstiger müssen Wohnobjekte im Umland sein. Für den Flachgau und den Tennengau gilt ein höchstzulässiger Quadratmeterpreis von 3.700 Euro. Bei hohen Kaufpreisen entfällt die Wohnbauförderung zur Gänze.

Förderung bekommt nur, wer vom Land als „begünstigte Person“ anerkannt wird. Als solche gelten Österreicher, EU-Bürger oder Asylberechtigte über 18 Jahre. Erforderlich ist, dass ein Wohnbedarf vorliegt. Das bedeutet: Antragsteller müssen bisher in einer Mietwohnung gewohnt haben. Personen, die bereits eine Wohnung besitzen, können die Förderung unter bestimmten Voraussetzungen aber ebenfalls bekommen. Beispielsweise dann, wenn sie wegen der Geburt eines Kindes eine größere Wohnung benötigen. Ausnahmekriterien sind auch berufsbedingte Ortswechsel, veränderte Einkommensverhältnisse oder gesundheitliche Gründe, die einen Wohnraumwechsel der begünstigten Personen erforderlich machen.
Um Kaufförderung kann erst angesucht werden, sobald der Bauträger den  Bauträgerantrag samt Energieausweis und Bauträgererklärung vorlegt. Als Frist für die Antragstellung  gilt: Die Wohnungsübergabe darf maximal sechs Monate zurückliegen.

Von Sabine Tschalyj

Details auf www.salzburg.gv.at/wohnen sowie in der Wohnberatung des Landes unter Tel. 0662-8042-3000

Bild oben: Ein eigenes Heim ist immer noch der Traum tausender Salzburger.  Bild: Robert Ratzer