Salzburger Hip-Hop und Streetdance-Szene wächst

Streetdance hat zwar in Salzburg nicht viel mit Straßenauftritten zu tun, die Szene des urbanen Tanzsstils ist jedoch groß.

Sie wirken entspannt, lachen und zeigen sich gegenseitig neue Tanzschritte. Die Tänzerinnen der Formation Urban Unity üben bis zu drei Mal in der Woche im Streetdance Center in Salzburg, manche öfter. Sie gehören zu den besten Tänzern der österreichischen Szene. Im vergangen Jahr holten sie sich auf der nationalen Streetdance-Meisterschaft den zweiten Platz.

Die Gruppe „Urban Unity“ tritt unter der Leitung von Michaela Eichhorn (hinten mitte) bei der Österreichische Streetdance-Meisterschaft an, welche heuer in Salzburg stattfindet. Foto:privat

Das Training beginnt, die Salzburgerin Michaela Eichhorn leitet die Gruppe. Sie dreht die Anlage auf, der Bass vibriert durch die Turnhalle. Aus den Boxen schallt der Song „Whoop-whoop! That’s the sound of da police“ des  New Yorker Rappers KRS-One. Dort, auf den Straßen der amerikanischen Vorstädte entstand in den 70er Jahren Streetdance. Mittlerweile wird nur noch selten öffentlich auf dem blanken Asphalt getanzt, die Musik dazu ist jedoch geblieben.
Die Tänzerinnen der Salzburger Gruppe sind zwischen zwölf und 35 Jahre alt. Sie kennen sich schon seit Jahren und haben zusammen Preise gewonnen. Um in die Formation von Urban Unity aufgenommen zu werden, ist Können gefragt. Ihr Großteil lernte die ersten Tanzschritte im Streetdance Center. Leiterin Michaela Eichhorn: „Streetdance, oder auch Hip-Hop, ist ein Überbegriff für viele verschiedene Richtungen. In der Choreographie vereine ich sie alle miteinander. Deshalb müssen die Tänzer die Basisschritte aller Stile beherrschen.“

Derzeit übt die Formation für die österreichische Meisterschaft im Juni. Sie findet heuer in Salzburg statt – ein Heimspiel für die Gruppe.  Knapp drei Minuten haben sie dort Zeit , um die Jury zu überzeugen und sich gegen die anderen Formationen aus ganz Österreich durchzusetzen. Trainerin Michaela Eichhorn gewann selbst nationale und internationale Preise. Vor 15 Jahren übernahm sie das Zentrum für Streetdance in Salzburg. „Seitdem hat sich die Szene in der Stadt zu einer der größten und vielfältigsten in ganz Österreich entwickelt“, sagt Eichhorn. So organisieren zwei ihrer ehemaligen Schülerinnen jährlich das Flavourama-Battle — ein Tanzbewerb, welcher im vergangen Jahr mit über 1000 Besuchern zu den größten Europas zählte.
Die Kurse des Streetdance Centers finden derzeit in drei verschiedenen öffentlichen Turnhallen statt. Das soll sich ändern. Eichhorn: „Wir wünschen uns eigene Räume, an einem zentralen Ort in der Stadt. Am besten wäre ein eigenes Haus.“

Trainerin Michaela Eichhorn (erste Reihe in der Mitte) zeigt ihrer Gruppe die neuen Schritte der Choreographie. Foto: Anna Boschner

Anna Boschner