Shivering Fit: Vom Keller auf die Bühne

Planet Festival Tour: Salzburger Nachwuchsband kommt ins Halbfinale.

Welchem Genre sind die Lieder der Salzburger Band Shivering Fit zuzuordnen? Darüber sind sich deren Mitglieder selbst nicht ganz klar. Im November trat die Jugendband im Rockhouse auf – und qualifizierte sich damit prompt für das Halbfinale der Planet Festival Tour am 9. Februar  in Wien.
Im Gespräch mit dem „Fenster“ erzählen sie, warum ihr Bandname aus dem Wörterbuch stammt und ihre Songs bei jedem Auftritt verschieden klingen.

SF: Wie lässt sich eure Musik beschreiben?

Vinzenz: Unsere Musik ist gar nicht so leicht einzuordnen. Mir gefällt das Schubladendenken nicht. Statt an einem Genre, bedienen wir uns an mehreren gleichzeitig.
Roman: Jeder Song ist anders. Der eine klingt mehr nach Rock, der andere durch das Saxophon mehr nach Jazz. Wir haben aber auch Bluessongs. Martin lernt gerade Kontrabass. Dadurch wird es bald noch eine neue Komponente geben.

SF: Schreibt ihr alle eure Songs selbst?

Roman: Ja, alle. Sobald jemand von uns eine Idee hat, spielt er diese den anderen vor. Der Rest von uns improvisiert dazu und es entsteht ein erstes Songgerüst. Wir proben bei Vinzenz und Korbi zuhause im Keller. Dort schreiben wir alle unsere Songs.
Vinzenz: Sobald das erste Gerüst des neuen Stückes steht, schreibe ich den Text dazu. Am liebsten erzähle ich Geschichten über fiktive Personen. Diese sind meist ziemlich düster und haben kein gutes Ende. Würde ich über mich schreiben, wäre das wahrscheinlich ziemlich langweilig (lacht).

Die Jungs von Shivering Fit – Korbinan Marchfelder (Gitarre), Martin Hladik (Bass), Vinzenz Marchfelder (Schlagzeug/Gesang), Roman Berleth (Keyboard) und Simon Hladik (Saxophon/ Keyboard/ Percussion) – treten am 9. Februar in Wien gegen Bands aus ganz Österreich an. Bild: privat

SF: Das heißt, eure Songs klingen bei jedem Auftritt ein bisschen anders?

Roman:  Ja, die Songs können sich während des Spielens auf der Bühne verändern. Es kann sein, dass einer von uns plötzlich ein Solo spielt. Da müssen die anderen schon genau zuhören, um live improvisieren zu können. So entsteht etwas Neues und das ist das Schöne an Musik.
Vinzenz: Das geht auch nur, weil wir schon acht Jahre miteinander spielen. Ich glaube, das macht uns ein bisschen aus. Ich finde es langweilig, wenn Bands auf der Bühne nur ihr Album reproduzieren.

SF: Stichwort Album: Was sind eure Pläne für 2019?

Roman: Im Januar erscheint unser neues Album „Downtown Junkies“. Darauf freuen wir uns schon sehr.
Vinzenz: Im Sommer planen wir auf kleineren Festivals in Bayern und Salzburg zu spielen. Außerdem wollen wir mit einem Van zwei Wochen von Stadt zu Stadt fahren und spontane Akustik-Sessions veranstalten.

SF: Wo wollt ihr unbedingt mal auftreten?

Vinzenz: Im Rockhouse gerne wieder, dann aber länger.
Martin: Und sonst am Broadway und im Opera House in Sydney (lacht).

SF: Erzählt doch die Geschichte zu eurem Bandnamen.

Martin:  Shivering Fit heißt Schüttelfrost.
Vinzenz:  Wir konnten uns sehr lange auf keinen Namen einigen und wechselten ständig. Deshalb haben wir eines Tages das Wörterbuch aufgeschlagen und auf ein Seite getippt. Das Ergebnis ist unser Bandname bis heute.

SF: Wie schätzt ihr die Chancen für junge Bands in der Salzburger Musikszene ein?

Martin: Ich würde mir mehr Bars mit Live-Musik wünschen. Dann gäbe es mehr Möglichkeiten aufzutreten.
Korbinian: So ähnlich wie in den Pubs in Dublin.
Roman: Ja, vermutlich müsste sich hierfür die Routine vieler Bars ändern.
Vinzenz: Das sehe ich auch so. Mittlerweile ist es unkomplizierter einen DJ, als eine Band zu engagieren.

Anna Boschner