Mit Salzburger Studentinnen seine Stärken entdecken

Jeder Mensch hat Stärken, er muss nur wissen, welche es sind: Studentinnen helfen, es herauszufinden. Dazu suchen sie 60 Salzburger.

Schwächen soll man ausmerzen, dieser Ansicht sagen Psychologen immer mehr den Kampf an. Sie halten mit der positiven Psychologie dagegen. Diese fokussiert auf menschliche Stärken. 24 solcher Persönlichkeitsmerkmale trägt jeder Mensch in sich. Sie reichen von Humor über die Fähigkeit zum Teamwork bis hin zu Offenheit oder Sinn für das Schöne.

Wer seine Stärken kennt, tut sich im Alltag leichter. Foto: Victoria Wolfsgruber

Gestärkte Menschen blühen auf

Mit diesen Charakterstärken lässt sich arbeiten, sagen sich Universitätsprofessor Anton-Rupert Laireiter und seine Studierenden. Sie forschen am Fachbereich Psychologie an der Universität Salzburg an aktuellen Trends der Positiven Psychologie. „Dieser aufstrebende Ansatz zielt bewusst auf persönliche Stärken ab.

Aktuelle Studien zeigen, dass sich gestärkte Menschen wohler fühlen und weniger gestresst sind“, erklärt Victoria Wolfsgruber. Sie führt derzeit gemeinsam mit Lydia Wimmer eine Masterarbeits-Studie durch, an der interessierte Salzburger teilnehmen können.

„Wer sich auf seine Stärken konzentriert, ist glücklicher“, weiß Lydia Wimmer. Foto: privat

Bei diesen kostenlosen „Stärken-Trainings“ können die Teilnehmer den aktuellsten Stand der Forschung hautnah miterleben. Ziel ist es, dass sie das Training als Menschen verlassen, die ihre Stärken kennen und diese bewusst einsetzen können. Wie das geht? Victoria Wolfsgruber schildert das Prozedere der drei Trainings, die im Wochenabstand aufeinanderfolgen: Mittels eines Fragebogens findet jeder Teilnehmer heraus, welche der 24 Persönlichkeitsmerkmale bei ihm stark ausgeprägt sind.

Anhand des so erstellten Stärkenprofils geht man über zur Frage „Wie kann ich meine Charaktereigenschaften im Alltag nutzen?“ Jemand mit viel Humor kann zum Beispiel mit Witzen viel erreichen, ein dankbarer Mensch noch öfter bewusst „Danke“ zu jemandem sagen.

Schauen, was einen im Alltag weiterbringt

Nachdem sich die Teilnehmer in Zweiergruppen konkrete Einsatzgebiete überlegt haben, probieren sie diese in ihrem persönlichen Umfeld aus. „In der folgenden Trainingseinheit besprechen wir, wie es bei jedem gelaufen ist“, so Wolfsgruber. Die Teilnehmer sollen von den Trainings profitieren: Sie sollen erkennen, wie sie in schwierigen, stressigen Situationen ihre Stärken einsetzen und damit ihre Ziele erreichen.

„Das Ausmerzen von Schwächen bringt wenig“, sagt Victoria Wolfsgruber. Foto: privat

So einfach geht das? „Ja“, ist man sich am Fachbereich Psychologie sicher. Oft denke man gar nicht daran, dass gewisse Wesenszüge alles andere als selbstverständlich seien. Viel eher werde auf die Schwächen von Menschen geschaut. „Aber diese auszumerzen ist die falsche Herangehensweise. Das zeigen aktuelle Studien“, sagt Wolfsgruber. Sie und ihre Kollegin Lydia Wimmer wollen den Teilnehmern beweisen, dass gestärkte Menschen aufblühen.

Stärken-Training: Bewerben kann man sich bis 1. Februar unter staerkentraining.sbg@gmail.com. Die Bestätigung erfolgt telefonisch.
Infrage kommen Personen, die ihr Wohlbefinden steigern möchten und aktuell nicht in psychologischer Behandlung stehen. Altersgruppe: 18 bis 70 Jahre. Die drei Stärken-Trainings zu je zweieinhalb Stunden finden in der Kaigasse 28 in Salzburg statt.

Von Sabine Tschalyj