Bechersammler: Gratis auf Konzerte!

Studentinnen suchen  Salzburger für die Becheraktionen des Vereins „Viva con Agua“. Der  Pfanderlös geht an Wasserprojekte in Afrika.

Sie haben Spaß und tun dabei Gutes. Louisa Althans und Nicola Schlag, Studentinnen der Universität Salzburg, suchen Mitglieder für den neu gegründeten Salzburg-Ableger von „Viva con Agua“. Die bereits in mehreren EU-Ländern aktiven Freiwilligen sammeln Geld für Wasserprojekte in Afrika.

Verlockend dabei ist der Spaßfaktor. Das berichten die beiden Frauen aus eigener Erfahrung. „Veranstalter von kleineren Konzerten und Festivals laden uns ein, damit wir die Pfandbecher einsammeln. Wir dürfen dafür gratis auf die Konzerte gehen“, erzählt Althans.

Ihr Aha-Erlebnis hatten die beiden im Sommer im bayerischen Kirchanschöring. Dort spielte die deutsche Band „Von wegen Lisbeth“, die gerade in der deutschsprachigen Indieszene durchstartet. „Wir haben es auf 300 Euro gebracht. Mit so viel Erlös hatten wir nicht gerechnet“, waren die Bechersammlerinnen überrascht. Sie freuen sich schon auf die nächsten Konzerte in Österreich und Deutschland. Alle Termine scheinen im Online-Pool des Sozialvereins auf.

„Wir werden auf Konzerte eingeladen und sammeln dort die Pfandbecher ein. So macht Helfen Spaß.“ Louisa Althans

Wer sich rechtzeitig anmeldet, bekommt kostenlose Tickets. Auf den Konzerten treffen die Bechersammler an einem kleinen Stand zusammen. Mit buntbe-malten Mülltonnen grasen sie das Gelände auf Mehrwegbecher ab. Die sind im Kommen. Salzburg etwa verbietet ab sofort Einwegbecher auf Veranstaltungen mit mehr als 600 Besuchern.

Von dem Konzept profitieren alle, meint Louisa Althans: Besucher und Sammler tun Gutes und die Veranstalter bekommen ihre Becher gleich im Sammelpack zurück, was Arbeit erspart.

Da die meisten Festivals im Sommer über die Bühne gehen, organisiert die Salzburger Gruppe im Winter andere Spendenaktionen. Im Schnaitlpub in der Salzburger Altstadt lud man jüngst zum „Pubquiz“, es gibt Spendenläufe und „Running Dinners“, bei denen man mitessen und mitkochen kann.

Im Februar planen Althans und Schlag ein eigenes Konzert: „Wir haben schon Künstler angefragt.“ Die jungen Frauen sind zuversichtlich. In Deutschland geben Bands wie „Wir sind Helden“ Benefizkonzerte für „Viva con Agua“.

Gegründet hat die Sozialorganisation Ex-FC St. Pauli-Fußballprofi Benjamin Adrion mit der Welthungerhilfe, nachdem Adrion die problematische Trinkwasserversorgung beim Wintertraining auf Kuba erlebte. Die vielen Ortsgruppen sammelten seither für Trinkwasser- und Sanitärprojekte in Afrika mehrere Millionen Euro an Spenden.

Von Sabine Tschalyj

Kontakt: salzburg@vivaconagua.at