Alles neu macht Neujahr

Jedes Jahr, pünktlich am 2. Jänner, wenn die Tage heller und die Alterserscheinungen im Spiegel wieder sichtbar werden, denken viele an Gesundheit.

Wir in den TEH Naturwerken am Zollamt in Unken bemerken das so, dass statt dem Jännerloch eine große Nachfrage nach Fastenprodukten herrscht. Zudem ist zu Weihnachten bei vielen das Gefühl entstanden, sowieso für zwei Monate satt zu sein.

Der Jänner bringt ja oft wunderschöne, glitzernde Sonnentage. Halt auch mit ganz kalter und trockener Luft. Da denke ich dann immer dran, dass die Sennerinnen so eine linde Haut haben sollen, erzählt man sich. Und das soll daran liegen, dass sie im Abwaschwasser vom Milchgeschirr baden. Oder in der Molke vom Käse.

Die Molke ist ja ein ganz exklusiver Teil der Milch, da ist vom Eiweiß nur der Teil drinnen, der leicht verdaulich ist. Weil das Molkeneiweiß durch die Magensäure im Magen nicht klumpt. Genauso wie im Käsekessel, wo sie auch in Lösung bleibt, während sich das ruppige Casein zusammenknäult und den Käsebruch bildet. So können wir das Molkeneiweiß auch leicht verdauen und es ist überhaupt eine sehr gute Eiweißquelle.

In vielen Protein-Nahrungsergänzungen wird mit Molkenweiß gearbeitet. Ein Glas Molke ist sogar ein guter Aperitif, sie stimuliert den Magen, obwohl sie alkohol- und bitterstofffrei ist. Ich weiß, dass das jetzt eher Frauen anspricht, aber besonders Frauen tut ein kleiner Eiweiß-Schub gut. Noch dazu ist die Molke das einzige basische Milchprodukt.

Naturmolke tut uns gut, innerlich und äußerlich: Ein kleines Glas Molke vor dem Essen als Aperitif oder ein halber Liter Molke (oder ein paar Esslöffel Molkenpulver) in der Badewanne sorgen für eine linde Sennerinnenhaut, die der eiskalten Jännerluft standhält.

Von Karin Buchart, Ernährungswissenschafterin, TEH Akademie