Zu Weihnachten wachsen die Müllberge

Das geht aber auch anders, zeigt die Gründerin der Vereins Zero Waste Austria und eine Salzburgerin.

An Heiligabend werden nicht nur Wünsche erfüllt, sondern auch Tonnen gefüllt. In der Weihnachtszeit steigt das Abfallvolumen der Österreicher um 25 Prozent an. Ins Gewicht fallen dabei vor allem Geschenkpapier, Verpackungsmüll und Christbäume. Pro Jahr erzeugt jeder Salzburger etwa 550 Kilogramm Müll. Eine Studie, die das Weltwirtschaftsforum im Vorjahr in Auftrag gegeben hat, ergab: Im Jahr 2050 könnte in den Meeren die Menge an Plastik jene der Fische übersteigen. Was kann jeder Einzelne tun, um das zu verhindern?

Auf Japanisch knoten statt kleben

Vor drei Jahren hat Helena Pattermann den Verein Zero Waste Austria gegründet. Sie weiß, wie sich Müll im Alltag einfach und unkompliziert vermeiden lässt. Zusammen mit ihrem Team gibt die Wienerin Workshops und leitet Projekte rund um das Thema Müllvermeidung. Trotzdem verzichte sie selbst nicht zu 100 Prozent auf Plastik. „Vielmehr möchte ich den Lebensstil unkompliziert in meinen Alltag integrieren“, erzählt Pattermann.
Wie sie am liebsten Geschenke verpacke? „Entweder  mithilfe von Zeitungspapier oder Stoffsäckchen.“ Beide Varianten ließen sich, genauso wie herkömmliches Geschenkpapier, individuell schmücken und/oder verzieren. Eine dritte Möglichkeit sei es, die Geschenke in einem Furoshiki zu verpacken. „Das ist ein quadratisches Tuch, das vor allem in Japan als Verpackung und Tragebeutel genutzt wird. Wichtig ist dabei die Bindetechnik, die aber einfach zu lernen ist.“

Sie zeigt, wie es gehen kann: Die Gründerin des Vereins Zero Waste Austria, Helene Pattermann, neben ihrem Christbaum im Topf: „Nächstes Jahr ist er dann schon größer.“  Bild: privat

Die Salzburgerin Katharina Eckkrammer achtet seit vier Jahren ebenfalls darauf, ihren Plastikabfall so gering wie möglich zu halten. Weil dazu ein gewisses Maß an Mut und Kreativität gehört, hat sie schon einige ungewöhnliche Ideen umgesetzt. Dabei wurde ihr klar, dass es beim Müll vermeiden vor allem um eines geht: Gewohnheiten zu hinterfragen und aufzugeben. „Manche Dinge kaufen wir nur, weil wir oder unsere Eltern dies schon immer tun. Hier versuche ich umzudenken und neue Dinge auszuprobieren.“ Umso gewöhnlicher ist ihr Tipp am bunten Geschenkpapier einfach zu sparen: „Ganz vorsichtig auspacken, dann kann man das Papier im nächsten Jahr wiederverwenden.“

Lebende Bäume im Topf für Wohnzimmer und Garten

Im Werbefilm eines bekannten schwedischen Möbelhauses fliegt der Christbaum nach den Feiertagen aus dem Fenster. Eine längere Lebenszeit verleiht ihnen die Firma Greentree. Pattermann: „Deren Konzept ist es, Bäume im Topf zu vermieten und auf Wunsch nach Weihnachten abzuholen, um sie wieder einzupflanzen.“ Pattermann hat heuer einen kleineren Baum im Gartencenter gekauft. „Nach Weihnachten kommt er nach draußen und im nächsten Jahr schmücke ich ihn wieder.“

Laut Statista geben Österreicher im Schnitt 400 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Eine Studie der Wirtschaftskammer Österreich besagt: Auf ihren Wunschzetteln ganz oben befinden sich Geldgeschenke, Gutscheine und Reisen.  Helene Pattermann empfiehlt mit Zeitgeschenken eine Freude zu bereiten. „Oder über einen Gutschein  vom Unverpackt-Laden würde ich mich auch freuen.“
Katharina Eckkrammer: „Freunden, die sich erst seit Kurzem mit dem Thema beschäftigen, würde ich zum Beispiel eine gut riechende Seife schenken. Auch gerne jene zum Haarewaschen.“ Weitere Ideen sind: ein wiederverwendbares Geschirr für die Mittagspause, eine Bambuszahnbürste, oder ein Buch.

Anna Boschner

Tipp: In der Facebook-Gruppe „Zero Waste Salzburg“ tauschen Salzburger ihre Ideen zur Müllvermeidung aus und geben Tipps zum regionalen, unverpackten Einkaufen.