Jesus im Kripperl. Der Oligarch im Chalet.

Reich und arm. Arme, die geben. Reiche, die nehmen, was zu bekommen ist. Um jeden Preis.

Schon damals, als Jesus in seiner Krippe im zugigen Stall lag, spiegelten die Ereignisse den Zustand der Gesellschaft wider. Die einen hatten nichts. Die anderen wollten bloß eins: ihren Reichtum ungestört genießen. Gibt es Parallelen?

Durchaus. Stark verkürzt ging es damals um das Gleiche wie heute: um fehlenden Wohnraum. Um ein Zuhause, das sich aber immer weniger Menschen leisten können. Viele scheitern bei der ganz persönlichen „Herbergsuche“.

Spekulation gepaart mit untragbaren gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen sorgt für eine eklatante Fehlentwicklung. Sie ist drauf und dran die Gesellschaft zu spalten.

Nicht nur in Salzburg ist Wohnen kaum noch leistbar. Diese Feststellung trifft auch auf weite Teile Europas zu. Vor allem was Gunstlagen und Städte betrifft. Zugleich bleibt offen, wie viele EU-Bürger in Salzburg bereits einen Hauptwohnsitz haben. Das sei wegen der Niederlassungs- und Geldtransfer-Freiheit nicht bekannt, bekam Kollegin Sonja Wenger bei ihren Recherchen zu hören. So bleibt den einen symbolisch ein zugiger Stall. Und dem Oligarchen sein Chalet.

Fakt ist: Viele, in dieser Stadt, in diesem Land, empfinden ihre Heimat stark und immer stärker als einen fremden Ort.

Von Heinz Bayer