Sie führt Iko in die Zukunft

Die neue, junge Chefin im Interview. Tessa Irlbacher über die Bedeutung von Zeit bei Betriebsübergaben und ihre Ziele für den Sporthändler Iko.

Auf der Größe von zwei Fußballfeldern verkauft die Iko Bike and Mountain World in Hallwang Rad- und Bergsportartikel.  Kürzlich hat Tessa Irlbacher die Geschäftsführung   übernommen. Der Familienbetrieb hat in Hallwang 35 und im bayrischen Raubling 67 Mitarbeiter. Im  Interview betont  die 24-jährige Tochter der Firmeninhaber, wie wichtig ein langsamer Übergang ist.

War dieser Weg für Sie schon immer klar?
Tessa Irlbacher: Ja. Mein Großvater hat Iko gegründet. Ich habe schon am Frühstückstisch mitgekriegt, dass es immer ums Geschäft geht.

Wie haben Sie  die Betriebsübergabe vorbereitet?
Mein Vorgänger Sylvester Schütz,  der  in Pension gegangen ist, war 21 Jahre lang Geschäftsführer bei Iko. Ich habe in Deutschland, China und den USA BWL studiert und war seit 2016 Schütz’ Assistentin. Da konnte ich viel von ihm lernen.

Hat die Zeit ausgereicht?
Es läuft gut. Ich kann  meinen Vorgänger jederzeit anrufen. Mein Vater steht mir  als Ratgeber zur Verfügung. Jetzt möchte ich mich  mehrere Saisonen einleben.

Ihr Team gilt als sehr sportlich. Sind Sie das auch?
Meine Leidenschaft ist Skifahren, das habe ich vom Opa. Er war ja im alpinen Skisport aktiv.

Was wollen Sie bei Iko beibehalten?
In der Branche herrscht große Konkurrenz. Wir bleiben auf Rad- und Bergsport konzentriert. In diesen Bereichen haben wir alles. Diesen Fokus behalte ich bei. Wir wollen der beste Bike- und Bergausrüster in der Region sein.

Was werden Sie ändern?
Der Kunde soll noch mehr Spaß beim Einkaufen haben. Er soll nicht nur eine Jacke kaufen. Wir wollen ihm mit unseren Beratungen  Erlebnisse bieten.

An der Boulderwand?
Ja, da kann er im Geschäft an der Wand die Kletterschuhe gleich  testen. Außerdem probieren unsere Mitarbeiter neue Skimodelle selbst  aus und erzählen den Kunden davon. Wir fahren oft gemeinsam in die Berge, um neue Artikel zu testen.

Was erwartet der Kunde?
Zum Beispiel, dass man ihm zeigt, wie er sich optimal auf eine Skitour vorbereitet. Wir bieten geführte Einsteigertouren und Lawinenunfalltrainings mit Bergrettung und Alpenverein Salzburg an. Da haben beide Seiten etwas davon.

Kennen Sie weitere Chefinnen im Sportfachhandel?
Nein, die sind noch selten. In Taiwan gibt es ein paar starke Frauen in der Radbranche.

Von Sabine Tschalyj

Bild oben: Generationswechsel im Familienbetrieb Iko in Hallwang: Mit 24 Jahren und einem internationalen Masterdiplom übernimmt Tessa Irlbacher die  Geschäftsführung.           Bild: Iko