Schön süß entspannt die Bronchien

Hustenzucker kann man einfach selber machen. Er enthält zehn Mal so viele Kräuter wie handelsübliche Hustenzuckerl.

Gestern habe ich ein kleines, unbeschriftetes Schraubglas geöffnet und daran gerochen: Das hat mich gleich intensiv an Hustenzuckerl erinnert! Da gibt es ja weltberühmte, die riechen ähnlich, enthalten aber zum Teil Zuckeraustauschstoffe. Was ich gar nicht versteh’, ist die panische Angst vor Zucker! Jetzt gibt es sogar schon Hustenzuckerl mit Süßstoffen. Natürlich essen wir zu viel Zucker, aber wenn der Hals schmerzt, dann ist es höchste Zeit zum Desinfizieren. Genauso wie die Marmelade können wir die Hustenzuckerl mit Zucker haltbar machen. Ab einer gewissen Konzentration ist es für Bakterien, Pilze und Viren fast unmöglich, weiter zu leben. Deshalb gehört in die Volksmedizin manchmal Zucker rein.

Wir vom TEH Verein haben lang herumexperimentiert, das ist kaum zu glauben. Gekocht, gerührt und gestrichen, das war alles aufwändig und das Ergebnis nicht so ganz befriedigend. Dann sind wir draufgekommen, es ist gar kein Nachteil, wenn wir einfach nur die getrockneten Hustenkräuter mit dem Zucker mahlen und das Pulver gleich abfüllen.

Man kann diesen Hustenzucker ganz leicht selbst  herstellen. Als Hustenkräuter bieten sich etwa Fenchel, Salbei, Kamille, Thymian und Ingwer an. Und dann auch noch ein wenig von den Schleimdrogen wie Malve oder Spitzwegerich. Dadurch, dass der Hustenzucker nicht erhitzt wird, bleiben die Schleimstoffe gut erhalten. Das ist ein besonderer Vorteil gegenüber üblichen Hustenzuckerln. Und dann kommt noch was dazu: Im Hustenzucker sind 10 bis 20 Prozent Kräuter enthalten und in handelsüblichen Hustenzuckerln weniger als ein Prozent. Deshalb duftet der  gleich beim Öffnen so besonders gut. Wenn das keine Argumente sind: Zehn Mal so viele Kräuter, intakte empfindliche Pflanzenwirkstoffe und keine Zusatzstoffe! Oft sind die einfachen Lösungen sogar die besten.

Von Karin Buchart, TEH Akademie Unken, Autorin