Die Skipiste als Datenautobahn

Nicht nur die Datenbrille weist Wege zur Hütte. Auch Apps helfen Skifahrern weiter.

Ganz früher war die Welt scheint’s eine Scheibe. Das stellte sich am Ende aber doch als Irrtum heraus. Und ganz früher genügten allein zwei Brettl und a gführiger Schnee zum echten Glück. Der Schnee und die Brettl sind nach wie vor das wichtigste Beiwerk. Aber längst erfasste die Digitalisierung auch den Bereich des alpinen Skilaufs.

Zum Beispiel in Form von Datenbrillen. Christoph Eisinger, Chef des Skiverbundes Ski amadé, erklärt: „Damit kann man sich ganz einfach durchs Skigebiet leiten lassen. Ähnlich wie im Auto wählt man vor der Abfahrt, was für eine Strecke man am liebsten fahren möchte: eher blaue Pisten oder lieber die sportliche Strecke.“

Christoph Eisinger: „Neue, digitale Hilfe zur Orientierung für unsere Gäste.“ Foto: Heinz Bayer

Zusätzlich würden die Skifahrer aktiv auf Attraktionen, an denen sie vorbeifahren, hingewiesen. „Der kleine Bildschirm im linken unteren Teil der Datenskibrille zeigt die gewünschte Richtung an und führt direkt zum Ziel.“ Dieser virtuelle Skiführer kann an 25 Standorten in Ski amadé für 19 Euro pro Tag ausgeliehen werden.

Aber lenkt die Technik nicht vom Skigenuss ab und ist das System massentauglich? Eisinger: „ Wir haben nur positive Rückmeldungen. Aber der Nutzer so einer Brille sollte affin für diese Form von Daten sein.“ Weil die Größe der Skiregion, die Anzahl von Pistenkilometer für Gäste eines der wesentlichen Buchungsargumente sei, wären im Umkehrschluss moderne Orientierungshilfen angesagt.

Zum einen in Form eben dieser Brille. Zum anderen in Form der neuen App namens „Ski amadé Guide.“ Die beinhalte fotorealistische Karten. Eisinger: „Dadurch fällt es absolut leicht den Weg auch ohne Ortskenntnisse zu finden.“ Der Download ist für Android im Google Play Store und für IOS im Apple Store möglich. Schon der Vorgänger dieser überarbeiteten App traf den Nerv.

„Es gab pro Jahr bis zu 700.000 Zugriffe.“ Regionsbezogene Informationen in dieser App, wie Hütten, Webcam-Bilder, Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, Liftöffnungszeiten und was Skifahrer sonst noch interessiert, finden sich sowohl in der neuen App als in der Datenskibrille.

Von Heinz Bayer

Foto: Ski amadé / Claudia Ziegler