Grün steckt an: WG-Challenge gestartet

Studenten testen wie „öko“ sie sind. Sie tauschen Kleider, kaufen „fair“ und stecken mit ihren grünen Ideen auch gleich ihre Freunde an.

Romy Burkhardt war skeptisch. Sie und ihr WG-Mitbewohner Nicolai Schuler sollten auf ihren 40 Quadratmetern eine Kleidertauschparty machen. „Man weiß ja nicht, wie die Freunde darauf reagieren, wenn man sagt, man ist öko“, schildert  Burkhardt. Dann die Überraschung: Die Party war ein voller Erfolg. „Wir hatten 13 Leute da. Es war echt ein Spaß. Am Schluss sind alle glücklich mit neuen Kleidern heimgegangen“, sagt Nicolai Schuler.

Die beiden Psychologiestudenten  haben aus dieser Erfahrung Mut geschöpft für ihre weiteren Aufgaben im Rahmen der Green WG Challenge.  Diese hat die Universität Salzburg  heuer erstmalig gestartet, um Umweltschutz stärker ins Bewusstsein zu rücken.  Insgesamt elf Wohngemeinschaften müssen jede Woche eine Aufgabe lösen.   So galt es in der Kleider-Woche, sich über die Herstellung von Bekleidung zu informieren, Second Hand-Läden zu suchen – und selber einen Kleidertausch zu veranstalten. „Es ist ein richtiger Dominoeffekt eingetreten“, freut sich Isabella Uhl-Hädicke, Projektverantwortliche an der Uni Salzburg. Nicht nur die Teilnehmer seien begeistert, sondern auch deren Freunde, die nicht „öko“ lebten. Psychologin Uhl-Hädicke weiß: „Da merkt man dann, dass man gemeinsam etwas bewegen kann.“

Die Studenten kommen bei den wöchentlichen Aufgaben drauf, dass  sie als Konsumenten viel in der Hand haben, meint Uhl-Hädicke. Immerhin haben sie selbst es in der Hand, den umweltfreundlichsten Stromanbieter zu wählen, Nutella oder Hautcreme mit dem Handy auf Palmöl zu „checken“ oder fair gehandelten Kaffee zu kaufen. „Es war toll, zu erleben, dass der Ökogedanke auf die Freunde überspringt. Die haben zum fairen Abendessen bei uns gleich lauter Fairtrade-Sachen mitgebracht“, sagt Romy Burkhardt. Nach sechs Wochen Green WG-Challenge ist Nicolai Schuler überzeugt: „Wenn man etwas umweltfreundliches tut und viel mit Leuten darüber spricht, dann kommt das in der Gesellschaft an.“ Um Interessierten Tipps zu geben, wie man in Salzburg umweltfreundlich leben kann, veröffentlichen die Studenten ihre Erfahrungen auf der Uni-Homepage. Am 16. Jänner 2019 wird der Sieger gekürt.

Alltagstipps für Umweltbewusste

Fairtrade-Produkte kaufen.
CodeCheck. Mit der kostenlosen Smartphone-App scannt man den Barcode von Konsumartikeln und sieht, ob Palmöl oder bedenkliche Stoffe darin enthalten sind.
Kleidertauschpartys. Zwei  Veranstalter sind: ÖH Salzburg, Tel.: 0662-8044-6000 und MARK Salzburg, Mail: office@marksalzburg.at
Stromanbieter-Check. Zu finden  auf global2000.at. Zeigt auf, wie grün der Strom einzelner Anbieter wirklich ist.

Von Sabine Tschalyj

Bild oben: Green WG Challenge: Das Mahl aus fair gehandelten Lebensmitteln war der Hit für Sara, Nico, Oliver und Richard. Bild: privat

Zur Green WG-Challenge:  www.uni-salzburg.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.