Es duftet aus der Gewürzschublade

Ingwer, Nelken, Hagebutten. Daraus zaubert man im Handumdrehen einen winterlichen Haustee.

Wer kennt nicht den herrlichen Duft von Nelken, Zimt und Kardamom? Weihnachten fällt uns meistens dazu ein. Und die Adventzeit ist gerade richtig, um wieder einmal genauer in die Gewürzschublade hinein zu schauen, weil draußen finden wir jetzt auch nichts mehr. Sogar der Salbei schaut so zerrupft drein, der denkt auch nur noch an Winterschlaf.

Zurück zu meiner Gewürzschublade. Ich schau jetzt einmal durch die Erkältungsbrille hinein. Da finde ich Nelken, die duften so gut und außerdem sollen sie sogar antiviral wirken. Dann finde ich auch noch Hagebutten, die habe ich erst letzte Woche im Heutal gepflückt. Die hatten schon viel Frost abgekriegt und ich hab mir gedacht, das ist vielleicht wie bei den Menschen: diejenigen, die viel durchgemacht haben, sind besonders gehaltvoll. Notfalls könnte ich auch einfach einen Beutel Hagebuttentee nehmen. Zu den Früchten der Rose und den Knospen des Myrtengewächses brauche ich noch etwas Scharfes. Da finde ich Ingwer, scharf, bitter und wärmend, das passt sehr gut. Galgant ginge auch.

Drei Scheiben Ingwer, frisch heruntergeschnitten, drei Gewürznelken, ein wenig gequetscht und drei Hagebutten gieße ich mit kochendem Wasser auf und lasse sie zugedeckt sechs bis acht Minuten ziehen. Nicht länger, sonst gewinnen immer die Nelken und der Geschmack der anderen geht unter. So schmeckt er gut, mein Erkältungstee, ist sogar ein ganz guter Haustee. Ein wenig Honig passt auch noch rein. Es ist doch immer das Gleiche: Wenn ich genau und mit Bedacht hinschaue, finde ich das Richtige.

Von Karin Buchart, TEH Akademie Unken, Autorin, salbei@teh.at

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