Streit in FPÖ eskaliert: Wer kritisiert, der fliegt

Wie in alten Zeiten: In der Salzburger FPÖ ist vor den Gemeinderatswahlen im April ein schwerer Konflikt ausgebrochen. Gemeinderat Blagi droht mit Klage.

Es geht um die Listenreihung,  die „von oben herab durchgezogen  wurde“, wie eine Freiheitliche sagt. Ihren Namen möchte sie nicht nennen, „sonst kriege ich auch noch ein Parteigerichtsverfahren“.

Sie schildert: „Klubchef Andreas Reindl hat mehrere Vieraugengespräche mit Kandidaten geführt und das mit Parteichefin Marlene Svazek abgestimmt. So ging das. Man hat Selbstläufer nach hinten gereiht und Freunderl nach vorne getan.“ Eine junge Parteiangestellte, die gut mit Svazek könne, und die Pensionistin Renate Pleininger hätten sichere Plätze erhalten. Pleininger sei belohnt worden, weil sie Reindl den Unmut über die Liste zugetragen habe.

Denn eine Unterschriftenliste wurde aufgelegt, in der eine außerordentliche Bezirkskonferenz verlangt wurde. Das wirft man Gemeinderat Karl Michael Blagi und seiner Lebensgefährtin vor. Sie hat ein Friseurgeschäft, ist  Wirtschaftskammerfunktionärin. Beide wurden von der Partei ausgeschlossen, der Securityunternehmer und Maxglaner Obmann Thomas Schaurecker aller Ämter enthoben.

Zehn Delegierte ließ man laut Blagi bei der Krisensitzung im Hotel Penta nicht in den Saal. Blagi beruft gegen seinen Rausschmiss, droht mit Verleumdungsklagen: „Es gibt so viele Vorwürfe gegen uns. Wenn das nicht aufhört, muss ich einige Personen  klagen.“

Auch bei Andreas Reindl scheinen die Nerven blank zu liegen. „Ich erkläre es in einer Minute, dann ist das erledigt. Es gab vier Monate Einzelgespräche mit allen Mitgliedern. Die Liste wurde in der Bezirksleitung diskutiert, alle waren einverstanden. Das sind ein paar Gekränkte, die nicht mehr nach vorne gereiht wurden.“

Landesparteisekretär Andreas Hochwimmer bestreitet, dass Freundschaften und Seilschaften eine Rolle spielten.

Von Sonja Wenger