Weihnachten bitte an 365 Tagen

Worum geht es eigentlich, wenn von Weihnachten die Rede ist? Der Frage kann man sich stellen. Muss man/frau aber nicht. 

Wir können es dauerhaft dabei belassen, uns selbst möglichst viel zu kaufen. Die achte Jacke. Das zwölfte Paar Schuhe vielleicht. Man/frau gönnt sich ja sonst nichts. Ja, und außerdem: Wer soll denn wichtiger sein im eigenen Leben als bitteschön ich selbst?

Aber, noch einmal gefragt: Worum geht es eigentlich, wenn von Weihnachten die Rede ist? Um Hoffnung zuallererst. Die drückt sich in Gestalt eines kleinen Kindes aus.

Menschenkinder sind eine besonders hilfsbedürftige Gattung von Lebewesen. Sie benötigen eine lange Zeit der Fürsorge bis sie selbst essen, gehen, bis sie allein auf sich gestellt das Leben mit all seinen Anforderungen meistern können.

Nun: Setzt man diesen Gedanken der Fürsorge in Beziehung mit Armut, mit Krankheit, mit Not, drängen sich unmittelbar Bilder aus Afrika auf.

Ja, und worum bitte geht es da jetzt eigentlich, wenn von Afrika die Rede ist? Um Korruption, um Kriege, um Misswirtschaft, um kollektives Unvermögen? Und, sollen/können wir Europäer bitteschön wirklich die ganze Welt retten? So lauten in der Regel die Argumente, ehe die achte Jacke in den Einkaufskorb wandert.

Es mag durchaus sein, dass das eine oder andere der aufgezählten Klischees stimmt. Am Ende des Tages steht da aber eine simple Tatsache vor uns: Es gibt dort viele Menschen, denen es nicht gut geht. Die in Armut leben. Denen es an Essen, medizinischer Versorgung, an Zukunft fehlt.

Deshalb noch einmal die Frage: Worum geht es eigentlich, wenn von Weihnachten die Rede ist?

Es geht symbolisch um ein Licht, dass in der Dunkelheit angezündet wird. Es geht darum, Hoffnung zu geben. Mut zu machen. So wie es die Familie Scheidhammer mit ihrem sehr persönlichen Afrika-Projekt tut. Da wird Weihnachten ganz stark spürbar. An 365 Tagen im Jahr.

Von Heinz Bayer