Ein Hauch von Orient

In Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens, pulsiert das Leben – das maurische Erbe ist allgegenwärtig.

Geht man das erste Mal durch Sevilla kann es passieren, dass einem danach der Nacken schmerzt. Denn die Gassen der Altstadt sind gesäumt von so detailreicher Architektur, dass es den Blick unweigerlich nach oben zieht.

Die verwinkelte, enge Bauweise hat einen Grund. Sie taucht die Gassen in kühlenden Schatten, sonst wäre die Hitze im Sommer unerträglich. Die ideale Reisezeit ist von Oktober bis April. Da ist die Hitze weg, dafür leuchten allerorts Orangen zwischen dem Blattgrün hervor.

Das Stadtbild Sevillas ist geprägt von einem Mix aus christlicher und arabischer Kultur. 711 drangen die Mauren über Gibraltar in Spanien ein, unter ihrer Herrschaft erlebte Andalusien ein goldenes Zeitalter. Viele Bauwerke geben davon heute noch Zeugnis.

  • Die Architektur Sevillas ist vielfältig - und zeugt vom arabischen Einfluss. Foto: Petra Suchanek
  • Der Blick nach oben beim Flanieren offenbart viele Details. Foto: Petra Suchanek
  • Einspännige Fiaker führen die Touristen zu den Highlights der Stadt. Foto: Petra Suchanek
  • Viele der Innenhöfe sind gefliest und begrünt - auch das ist ein maurisches Erbe. Foto: Petra Suchanek
  • Berühmt ist Sevilla für die Prozessionen in der Semana Santa. Marienstatuen allerorts geben Zeugnis davon. Foto: Petra Suchanek
  • Die Stadt pulsiert an allen Ecken und Enden. Foto: Petra Suchanek
  • Historisches trifft Modernes: Die Rollläden von Garagen und Geschäften sind alle mit Graffiti überzogen. Foto: Petra Suchanek
  • In Granada, zweieinhalb Autostunden von Sevilla entfernt, lockt die Alhambra. Im Bild: der Löwenbrunnen. Foto: Petra Suchanek
  • Die Plaza de España hat George Lucas in "Star Wars" verewigt. Foto: Petra Suchanek
  • Auch Fiaker drehen auf der Plaza de España ihre Runden. Foto: Petra Suchanek
  • Jung und Alt, Einheimische und Touristen tummeln sich auf der Plaza de España. Foto: Petra Suchanek
  • Plaza de España. Foto: Petra Suchanek
  • Tapas-Bars wie „Las Teresas“ sind beliebter Treffpunkt der Sevillanos. Foto: Petra Suchanek
  • Detailverliebte Architektur: der Palast Real Alcázar im Herzen Sevillas. Foto: Petra Suchanek
  • Man schaue und staune: der Palast Real Alcázar im Herzen Sevillas. Foto: Petra Suchanek
  • Im Dom von Sevilla: Zu Ostern werden die prunkvollen Marien- und Heiligenstatuen durch die Straßen getragen. Foto: Petra Suchanek

 

Oben lockt der Ausblick, unten die Vielfalt der Tapas

Berühmt ist die Burganlage „Alhambra“ im zweieinhalb Autostunden entfernten Granada (Tickets vor Reiseantritt sichern!). In Sevilla steht der Palast Real Alcázar dieser um (fast) nichts nach. Auch die Filmindustrie hat die Schönheit Sevillas entdeckt. Im Palast Real Alcázar spielt ein Teil der Serie „Game of Thrones“. Die Plaza de España  hat George Lucas in „Star Wars“ verewigt.

Trotz der Vielzahl an historischen Bauwerken ist die Stadt nicht in ihrer Geschichte erstarrt. „Las Setas“ ist ein imposantes Beispiel moderner Architektur: Geplant vom deutschen Architekten Jürgen Mayer H., ist die größte Holzkonstruktion der Welt kontrovers diskutiertes Wahrzeichen.

Im Inneren führt ein Lift in 26 Meter Höhe hinauf zum schönsten Rundblick über die Stadt. Unten pulsiert indessen das Leben. An allen Ecken laden Tapas-Bars zum Verweilen. Kultstatus hat „Las Columnas“ unweit der Kathedrale, aber auch „El Patio de San Eloy“ und „La Sacristía“ sind empfehlenswert.

Die Auswahl an Tapas ist groß – vom Ochsenschwanz bis zu eingelegten Artischocken, gepresstem Rogen, warmem Ziegenkäse und gebackenen Melanzani, um nur einige zu nennen.

Allgegenwärtig sind in Sevilla die Oster-Prozessionen (Semana Santa), die ganzjährig in Form von Madonnen ihren Widerhall in Cafés und Schaufenstern finden, Flamenco und der Stierkampf.

Im Mietauto kann man leicht Tagestouren nach Córdoba, Cádiz, Granada unternehmen. Oder in einen der Nationalparks: In Doñana verdeutlicht der längste unbebaute Strandabschnitt Spanien (28 km), wie schön die Küsten ohne Hotelburgen wären!

Von Petra Suchanek

Im Bild: Der Palast Real Alcázar ist eine grüne Oase im Herzen Sevillas und steht an Schönheit der Burganlage „Alhambra“ in Granada um (fast) nichts nach.  Foto: Pixabay