Auch Junge mögen es „weisig“

An Bläsernachwuchs mangelt es dem Christkindlmarkt gottlob nicht. Zu hören jeden Mittwochabend im Advent.

Was wär’ der Advent ohne seine Weisen? Eben. „Viele Besucher kommen wegen des Turmblasens auf den Residenzplatz“, bestätigt Horst Hofer. Vor über zwei Jahrzehnten übernahm er die Organisation dieser Traditionsveranstaltung, die in den 50ern als Einstimmung auf das Adventsingen gedacht war.

Wer nun denkt, das wäre eine angestaubte Sache, der irrt. Die Ensembles sind top, es finden sich Bläser des Mozarteumorchesters und Musikumlehrer darunter. Horst Hofer – manch einer kennt ihn als Mastermind der Lungau Bigband – unterrichtet selbst seit 29 Jahren am Musikum Trompete und Flügelhorn, er spielt beim Adventsingen im Festspielhaus und tritt auch gelegentlich als Turmbläser auf.

„Wir verfügen über ein reichhaltiges Liedgut und spielen auch Trompetenaufzüge aus dem 17. Jahrhundert aus Salzburg, die wir für das Turmblasen hervorholen. Das hat eine Singulärstellung, denn in anderen Gegenden ist da wenig überliefert“, betont Hofer. Gespielt wird an drei Positionen: von den Dombögen, von der Terrasse des Weihnachtsmuseums und vom Glockenspielturm.

Wenn die Klappe zufriert, kommt kein Ton mehr raus

Zusätzlich zum traditionellen Turmblasen am Samstag und Donnerstag tritt heuer zum dritten Mal der Turmbläser-Nachwuchs auf, allerdings am Domplatz: Jeden Mittwoch ab 18 Uhr machen in Kooperation mit dem Musikum drei von acht Ensembles eine halbe Stunde lang Musik. „Die Kinder sind super motiviert“, so Hofer.

In Salzburg sei der Bläsernachwuchs top, bei Wettbewerben fahre man gute Erfolge ein. Das Turmblasen sei für die Kinder eine spannende Erfahrung: „Blechblasinstrumente sind empfindlich, weil sie bei Kälte sehr stark abkühlen. Man muss Finger, Gesichtsmuskeln und das Mundstück warm halten. Sonst kann es passieren, dass kein Ton rauskommt“, lacht Hofer.

Dass die jungen Turmbläser am Mittwoch auftreten, hat einen guten Grund. Christkindlmarkt-Vereinsobmann Wolfgang Haider will die Besucherströme stärker auf die Wochentage lenken. Gemäß der Devise weniger Trubel und dennoch Programm, locken täglich Veranstaltungen. Denn von der einen Million Besucher (Wertschöpfung: 60 Mio. Euro), kommen 70 Prozent aus Salzburg und Umgebung. Da geht sich die Anreise nach Feierabend aus.

Von Petra Suchanek

Bild: www.christkindlmarkt.co.at