Recycling-Möbel und textile Gipfelstürmer

Da schau her! Salzburg zeigt in der Panzerhalle beim 9. Kunst- und Designmarkt am 24. und 25. November seine kreative, pfiffige Seite.

Wenn dieses Wochenende rund 130 Aussteller beim Kunst- und Designmarkt die Panzerhalle bevölkern, dann finden sich darunter auch mehrere Kreative aus Salzburg. Und die Besucher werden entdecken: Es mangelt in der Mozartstadt nicht an originellen Ideen für Gebrauchsartikel, viele davon mit nachhaltigem Ansatz.

Friedrich Rücker vom atelier fritz und friedrich zerlegt alte Möbel und lässt daraus neue entstehen.  Bild: Suchanek

Friedrich Rückers Sesselkreationen sind dafür ein gutes Beispiel. Er zerlegt alte Holzstühle und baut daraus neue, indem er die Einzelteile verschiedener Stühle kombiniert und dabei gerne auch Beine weglässt: „Die Sessel sind ästhetisch elegant, aber statisch austariert. Sie halten dem Gewicht locker stand“, nimmt Friedrich Rücker etwaige Bedenken bezüglich der Belastbarkeit. Das gilt auch für die Sesselbankreihen.

Vor einem Jahr begann Rücker, der auch als Ausstellungsarchitekt tätig ist, mit seiner Recyclingkunst. Das Ausgangsmaterial besorgt er sich auf Flohmärkten und beim Sperrmüll, wobei er auf Charakter und Stil des Sessels achtet. Hauptsächlich verarbeitet er „Frankfurter Stühle“ und Wiener Kaffeehausstühle.

Der Recyclinggedanke ist ihm wichtig, auch versucht er, das Möbelstück so ökologisch wie möglich zu behandeln. Rohe Sessel lässt er mit Leinöl ein, bei Farben achtet er auf deren Verträglichkeit.

Leinöl, Biobaumwolle – Nachhaltigkeit ist angesagt

Die Idee zu seinen Kreationen sei nicht ganz neu, erzählt er. Die Spiegelmodelle, wo zwei miteinander verbundene Sessel in gegensätzliche Richtungen schauen, und die Eckmodelle – ein Stuhl mit zwei Lehnen – , gab es schon in der Renaissance. Er versteht sein Werk als Objektdesign mit künstlerischem Anspruch. Denn die Sessel sind natürlich zum Gebrauch gedacht, man soll darauf bequem sitzen können.

Auf einen guten Sitz achtet auch Angela Thiel mit ihrem Unternehmen „Ein schöner Fleck Erde“, das sich auf Unterwäsche für Bergliebhaber oder Freunde des zweideutigen Humors spezialisiert hat. Bekannte Alpen-Gipfel (für Männer) und -Täler (für Frauen) zieren die Unterhosen. „Der Großglockner ist unser Bestseller“, lacht Angela Thiel.

Ein echter Hingucker: Die Unterwäsche vom Salzburger Unternehmen „Ein schöner Fleck Erde“. Bild: ESFE

Bislang hat sie 15 Gipfel und Täler im Angebot, das Sortiment wird stetig erweitert. Im Frühling komme der erste Italiener dazu, verrät sie, bislang habe sie nur Salzburg, Tirol und Bayern im Angebot. Damit der schöne Fleck Erde noch lange ein solcher bleibt, lässt Thiel die Wäsche aus Biobaumwolle und unter fairen Arbeitsbedingungen produzieren.

Aus Biobaumwolle lässt auch Katharina Schattauer („handmade by CUT“) ihre Yoga- und Freizeitbekleidung herstellen, made in Salzburg sind die Hauben, Beanies und Stirnbänder von Ivana Pehams Unternehmen „Haubentaucher“.

9. Kunst- und Designmarkt, 24. & 25.11., jew. 10 bis 18 Uhr, Panzerhalle, Eintritt: 5 Euro

Von Petra Suchanek

Großes Bild: © Theresa Nippert, Kunst- und Designmarkt