Die Welt ist einfach zu perfekt

Es fehlen kleine Abenteuer. Nicht so ein gutes Stück vor Schneizlreuth, in Richtung Salzburg – da wartet das Abenteuer.

Wer hier unterwegs ist, kommt an einem recht traditionell-bayerischen Haus vorbei. Darin untergebracht ist die Fischräucherei von Manuela Pichler. Schon ewig denke ich mir: „Heute bleib ich stehen und sag danke.“ Auch auf die Gefahr hin, schief angeschaut zu werden. Der Grund, danke zu sagen, sind nicht die Fische. Ich hab dort noch nie einen gegessen.

Der Grund ist der herrliche Geruch. Der verbindet sich mit der Kindheit. Denn, wenn’s im Hause Pichler daran geht, Fische zu räuchern, wird schneidig geheizt. Mit Buchenholz. Im Auto sitzend, umgeben von Technik, kommt beim Vorbeifahren dann dieser Schwall. Dieser Geruch von Holz, das vor sich hin brennt und gleichzeitig Wärme und Wohlbefinden entstehen lässt.

Heute, in einer sterilen Welt, ist dieser spezielle Duft kaum noch erlebbar. Durch die aseptische Perfektion fehlen sie zu oft, die kleinen Abenteuer für die Sinne. Fühlen, riechen, schmecken – das eröffnet ja vor allem Kindern ein Universum an Abenteuern im Kopf. Auch ihre Welt ist durch die Digitalisierung extrem normiert und vorgefertigt.

Aber, ganz ehrlich: Wie magisch ist denn bitte, im Vergleich zum Computerspiel, die selbst gemachte Seifenblase? Ausprobieren dürfen das auch Erwachsene. Ein Vergleich macht sicher.

Von Heinz Bayer