Der Glühholler – Omas Geheimrezept

Hollerbeeren kochen und mit Rum verfeinern: Fertig ist ein wärmender Wintertrunk, der einen im Winter gesund hält.

Den Glühholler habe ich immer bei meiner Oma getrunken. Sie hat von den Hollerbeeren einen guten Saft gemacht, der immer dann herausgeräumt wurde, wenn es dunkler und kälter wurde. Der Kältereiz fehlt uns heuer zwar immer noch, aber irgendwann wird er kommen.

Der Hollerbeerensaft von meiner Oma war so ein Mittelding zwischen Hollersirup und Hollerlikör, deshalb hat er auch so gut geschmeckt. Und weil man das schon immer so gemacht hat, war das auch die Berechtigung, einen guten Schuss Rum in den Saft zu kippen. Weil wenn irgendwas gut schmeckt, wird es umso schneller Tradition.
Auch noch wichtig war ihr, dass die Hollerbeeren lange gekocht werden. Die Erklärung dafür war: Das war schon immer so. Dann sind noch die guten Wintergewürze wie Zimt und Nelken hineingekommen.

Lange Zeit konnte ich mir nicht ganz erklären, warum die Hollerbeeren totgekocht werden sollen. Aber dann ist ein kluger Wissenschafter draufgekommen, dass die wirksamen Flavonoide – das sind die lila Farbstoffe im Holler – nur dann gut vom Körper verwertet werden können, wenn die Zellen ganz zerkocht sind. Und sogar der Rum hat eine Wirkung. Er sorgt dafür, dass die Flavonoide besser durch die Darmschleimhaut durchkommen. Da hat die Tradition recht gehabt.

Heut gibt es den Hollerbeerensaft auch im Supermarkt. Was ihm meistens fehlt ist der Schuss Rum und die Gewürze. Also einfach den Hollersaft mit heißem Wasser aufgießen, würzen und nach Belieben ein wenig Rum zugeben. Dann an der Canapee Südwand die Füße hochlagern und den Glühholler genießen. Weil wenn man das im November öfter macht, so heißt es, wird man den ganzen Winter nicht krank!

Von Karin Buchart