Globalisierungsfalle? Was wurde da gelacht

 „Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.“ Dieser Satz kam reflexartig, damals, 1996, als ein überaus kluges Buch erschien.

Titel: „Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand“, geschrieben von Harald Schumann und Hans-Peter Martin. Das Werk beschäftigt sich „mit den Auswirkungen der Globalisierung, beschreibt eine wachsende soziale Spaltung als Folge einer ,Entgrenzung’ der Ökonomie und eines Verlusts der staatlichen politischen Kontrolle über die zunehmend von Weltkonzernen gesteuerte Wirtschaftsentwicklung. Die Autoren warnen vor einer so genannten „20-zu-80-Gesellschaft“, so die Inhaltsangabe.

Jetzt, 22 Jahre später, erleben Menschen weltweit, dass stimmt, was die als „Schwarzmaler“ desavouierten Autoren prognostizierten. Und zwar nicht nur was Steuer und Gerechtigkeit anlangt – die so aussieht, dass Kleine und Mittelstand geschröpft werden, während globale Riesen vor aller Augen tricksen und Milliardengewinne einstreifen.

Eine immer schlimmer wütende Krake sind global agierende Vermietungsplattformen wie Airbnb. Deren Tentakel reichen fast in jeden Wohnblock. Es ist Zeit zu handeln. Auf europäischer Ebene. Und zwar jetzt.

Von Heinz Bayer