Das ist ein Geständnis

Sie sollten auch eines machen. Es geht nämlich um eine Form von moderner Sklavenhaltung. Wen sie betrifft? Mich.

Sie vermutlich auch. Und viele Kinder und Jugendliche. Wir, die Sklaven, stehen unter dem Joch des Mobiltelefons. Fast immer. Fast überall. Freiwillig! Über drei Stunden pro Tag (!) werken wir Salzburger am Mobiltelefon herum. 88 Mal und öfter greifen wir danach – um meist auf Unsinn zu starren.

Um Katzenfotos zu betrachten oder Essgewohnheiten von Facebook-„Freunden“ zu studieren – von denen wir viele gar nicht wirklich gut oder persönlich kennen. Dabei wär’s klüger, folgenden Wert zu verbessern: den der Bewegung. Doch, halt: Damit ist nicht der 89. Griff zum Handy gemeint. Nein.

Gemeint sind simple Dinge wie gehen, radeln, laufen, schwimmen. Denn es sind laut Statistik nur 1,9 Stunden, die wir uns pro Tag bewegen. Zum und ins Büro. Was also tun?

Den Quälgeist lautlos schalten, echten Freunden Zeit widmen, handyfreie Zonen schaffen – wie es am Gymnasium Hallein passiert. Dort schlug man einen klugen Weg ein. Denn erst der „Entzug“ durch strenge Regeln macht den Grad der Versklavung spürbar, schafft kreative Freiräume und zeigt: Es lebt sich stunden- und tageweise gut damit, kein Sklave und damit frei zu sein.

Von Heinz Bayer