Mit dem Rad in den Kaukasus

Der Salzburger Fotograf Bryan Reinhart radelte durch Georgien, ein Land der Gegensätze.

Fünf Wochen lang durchquerte Bryan Reinhart diesen Sommer Georgien auf zwei Rädern. Die Kamera nahm der Fotograf natürlich mit, das Fahrrad kaufte er vor Ort. Als Radler war er in der ehemaligen Sowjetrepublik am Kaukasus, die rund 3,8 Millionen Bewohner zählt, die Ausnahme. Etwa 15 Radfahrer seien ihm auf seiner Reise begegnet, erzählt Reinhart zurück in Salzburg.

Die Straßen sind fürs Radfahren nicht immer geeignet: Bryan Reinhart in Georgien. Foto: Bryan Reinhart

Kein Wunder, die Straßen sind selten asphaltiert und oft in schlechtem Zustand. Dazu kommt: „Die Autofahrer sind verrückt, sie fahren ohne Regeln“, lacht Reinhart. Als er im Fahrradgeschäft eine Glocke kaufen wollte, meinte der Händler nur: „Die bringt Ihnen hier nichts.“

Reinhart verwendete sie dann, um auf sich aufmerksam zu machen und mit den Menschen in Kontakt zu treten, erzählt er: „Sie sammeln sich neben der Straße zum Jausnen.“ Manchmal treffe man auf den Straßen auch auf tierische Hindernisse. Schafe, Schweine, Hunde, Rinder, Pferde, Hühner – alle Tiere laufen in Georgien frei herum.

Tiere laufen frei herum. Foto: Bryan Reinhart

Foto: Bryan Reinhart

Foto: Bryan Reinhart

 

Das hat Reinhart ebenso fasziniert, wie die Einsamkeit in der riesigen Landschaft: „Du hast das Gefühl, du bist allein auf der Welt.“ Noch etwas sei einzigartig an diesem Land: „Wenn du vorbeiradelst, fragen die Leute, ob du was brauchst. So viel Gastfreundschaft hab ich noch nie erlebt. Angst oder ein unangenehmes Gefühl hatte ich nie“, sagt Reinhart, der früher als Reisefotograf mit dem Fahrrad in über 20 Ländern der Welt unterwegs war.

Das Bild vom rückständigen Land sei überholt. Auch wenn die ländlichen Orte sehr ursprünglich und die Dorfbewohner sehr arm seien, so trifft man in der Hauptstadt Tiflis und in der Küstenmetropole Batumi am Schwarzen Meer auf moderne Architektur und einen westlichen Lebensstil. Die Alten sprechen noch Russisch, die Jungen können aber schon Englisch. Und WLAN gibt es selbst in den Bergdörfern.

Foto: Bryan Reinhart

Foto: Bryan Reinhart

Foto: Bryan Reinhart

 

Günstig ist Georgien für Reisende geblieben, vor allem zum Wandern ist es eine ausgezeichnete Destination. Eine Übernachtung mit Vollpension in einer Hütte kostet 20 Euro pro Nacht.
Reinhart will auf jeden Fall wieder zurück: Schließlich muss er noch die gefährlichste Straße der Welt passieren, die war bei seiner Reise gerade gesperrt.

Foto: Bryan Reinhart

Foto: Bryan Reinhart

Foto: Bryan Reinhart

 

Tipp: Georgien-Lichtbildervortrag von Bryan Reinhart am Fr., 25. Jänner, 19 Uhr, im Großen Saal des WIFI Salzburg

Von Petra Suchanek