Studenten probieren, „grün“ zu leben

Mit Witz und grünen Ideen treten Vroni und Co. die Green WG Challenge an. Die Uni Salzburg zeigt mit dem Bewerb auf, wie man nachhaltig lebt.

„Wir lieben die Natur“, grinsen Vroni und Nico, während sie die Blätter ihres Basilikumstocks „Bertram“ streicheln. „Wir kaufen regional ein“, ergänzen die beiden Studentinnen und deuten auf eine lange Reihe österreichischer Weinflaschen auf der Küchenzeile. Mit solchen Szenen haben Vroni Holler und Nicola Schlag ein Bewerbungsvideo für die erste „Green WG Challenge“ der Universität Salzburg gemacht. Der witzige Spot kam auf YouTube unter Gleichaltrigen gut  an. „Das hat uns total überrascht“, lacht Vroni. Denn eigentlich geht es um das ernste Thema Nachhaltigkeit.  Die Uni sucht  Studenten-WGs mit einem nachhaltigen Lebensstil. Wer diesen unter Beweis stellen möchte, kann sich noch bis 10. Oktober  bewerben (siehe Kasten). Einer der Hauptpreise ist eine Interrailreise für die WG.

Freunden zeigen, wie es geht

Vroni und Nico aus Regensburg leben in ihrer Nonntaler WG jetzt schon nachhaltig. Sie waschen  gemeinsam – wenn die Waschmaschine voll ist. Geduscht wir kurz.  Das spart Wasser und Strom. Abends „rennt“ meistens nicht der Fernseher, sondern der Schmäh beim Kartenspielen. „Bei uns sind eigentlich immer ein paar Freunde“, erzählt Vroni. Die müssen sich an die Ökoregeln der beiden halten: Der Müll wird sauber getrennt, zu essen gibt es vegane Kost. „Leute aus unseren Familien murren schon, wenn sie zum Kaffee statt Sahne Hafermilch kriegen“, räumt Vroni ein.

Sie duschen kurz und kaufen fair

Familie und Freunde kommen trotzdem gern in die „grüne“ WG. Sie müssen ja nicht alles wie die beiden Psychologiestudentinnen machen. Die kaufen vegan, regional und biologisch ein und geben übrig gebliebenes Essen via „Foodsharing“ an Abnehmer ab. „Auch bei den Klamotten passen wir ganz schön auf, dass wir nicht gedankenlos konsumieren“, sagt Nico. Stattdessen kaufen die beiden nur noch in Second Hand Läden oder nachhaltig hergestellte Kleidungsstücke.  Letzteres sei in Salzburg gar nicht leicht. Ebenso, plastikfrei einzukaufen.  Nico: „Jeden Monat haben wir einen übervollen gelben Sack in der Speis stehen!“  An dem Uni-Wettbewerb wollen die beiden  teilnehmen, um sich in punkto Nachhaltigkeit noch zu verbessern und ihre Erfahrungen unters Volk zu bringen.

Videos für jedermann zugänglich

Genau darum geht es bei der ersten Aktion. „Wir wollen anhand der WGs anderen Leuten zeigen, wie ein nachhaltiger Lebensstil in Salzburg aussehen kann“, sagt die Projektverantwortliche Isabella Uhl-Hädicke von der Uni Salzburg.  Wie sie ihre Challenge-Aufgaben  erledigen, fassen die Teilnehmer ab November in Kurzvideos zusammen. Die findet man auf der Uni-Website.
„In den Videos erfährt man, wo man  in Salzburg faire Mode oder etwa nachhaltige Kosmetik kaufen kann und was das  bringt“, schildert Uhl. So müsse nicht jeder, der seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern will, selber in jedem Bereich recherchieren. Damit Nachhaltigkeit ein wenig leichter wird.

Bewerben bis 10. Oktober

Für die Green WG Challenge kann man sich noch bis Mi., 10. Oktober, bewerben. Kontakt: wg-challenge@sbg.ac.at &mailto:isabella.uhl@sbg.ac.at. Projektpartner sind unter anderem das Land Salzburg , EZA/Fair Trade und das „Salzburger Fenster“.

Von Sabine Tschalyj

Bild: Veronika Holler und Nicola Schlag (v.re.) wollen die „Green WG Challenge“ gewinnen. 

Fotonachweis: Tschalyj