Nachhaltig aktivierend: Das mag der Darm

Salbei und anderes Bitteres aus der Gewürzschublade sorgen dafür, dass die Verdauungssäfte in Fluss kommen.

Bittere Geschmacksnoten mag ich gerne. In der Schokolade und im Kaffee. Nur Bier mag ich nicht, das den würzig-bitteren Hauch von Hopfen in sich trägt. Beim Gemüse muss ich schon nachdenken, da sind nur noch wenige bittere Sorten wie Endiviensalat oder Ruccola übrig geblieben.  Die Bitterstoffe sind so richtig extrovertiert, sie melden sich, sobald sie auf dem Teller liegen. Zuerst in der Nase und danach intensiv auf der Zunge ganz hinten. Es ist schon erstaunlich, dass ich die Bitterstoffe sogar in der Nase und auf der Haut schmecken kann. Überall, am und im ganzen Körper sind Rezeptoren dafür. Früher einmal war das zum Überleben notwendig, weil es Bitterstoffe gibt, etwa Strychnin, die sehr giftig sind. Trotzdem haben viele Leute Lust auf Bitteres. In der Volksheilkunde höre ich, dass sie wärmen und trocknen. Da ist was dran, das bemerke ich beim scharf-bitteren Ingwer genauso wie beim hantig-bitteren Salbei.

Mit wärmend meinte man wahrscheinlich aktivierend und durchblutungsfördernd. Bitterstoffe sorgen für einen guten Fluss der Verdauungssäfte und lassen Magensaft, Galle und Pankreas fließen. Das Völlegefühl verschwindet dann und ich fühle mich energiegeladen. Am liebsten würde ich ja meinen gesamten Bitterstoffbedarf mit Kaffee decken. Da gibt es nur einen Haken: den Gewöhnungseffekt. Die Wirkung von einzelnen Bitterstoffen lässt nach, weil wir uns einfach schnell daran gewöhnen. Viel besser ist es, verschiedene Bitteraromen zu kombinieren. Das hat sich etwa im Schwedenbitter (die einheimische Variante wäre der Pinzgau Bitter) oder im Heidelberger 7 Kräuter Pulver (Pinzgauer 9 Kräuter Pulver) bewährt.

In der Gewürzschublade finden wir auch einiges: Wacholderbeeren, Galgantwurzel, Salbeiblätter oder Ingwer. Dazu empfehlen sich Kümmel, Fenchel oder Anis, dann läuft die Verdauung so richtig rund. Diese Gewürze können ganz einfach zu gleichen Teilen oder nach Geschmack gemischt und in der Küchenmaschine gemixt werden. Ein halber Teelöffel davon vor dem Essen ist die beste Einstimmung für Magen und Darm!

Von Karin Buchart