Landestheater: Träume sind Schäume

Bühnen-Highlights im Oktober sind die Massenet-Oper „Manon“ und Shakespeares berühmte Tragödie „Hamlet“.

Laut Spielzeitmotto wird am Landestheater derzeit das Amoralische erforscht, so auch in zwei Klassikern der Opern- und Theaterliteratur: Die Protagonistin aus Jules Massenets Oper „Manon“ ist jung, schön und sie liebt Luxus (Premiere: 21. Oktober 2018). Das wird Manon teuer zu stehen kommen, doch das weiß sie noch nicht, als sie sich vom reichen Monsieur de Brétiny entführen lässt.

Eigentlich liebt sie Des Grieux, doch der kann ihr finanziell nichts bieten. Mit Brétiny führt sie ein glitzerndes Leben in der Pariser Gesellschaft. „Sie ist eine sehr junge Frau und Femme Fatale, die von einigem zu viel hat: Stärke, Begeisterungsfähigkeit, aber auch zu viel Anpassungsfähigkeit, denn sie beantwortet ihre Partner wie ein Echo.

Dadurch glauben diese, sie würden perfekt zu ihr passen“, sagt Regisseurin Christiane Lutz, die die Oper inszenieren wird. Des Betrugs verurteilt, stirbt Manon schließlich in den Armen Des Grieuxs. An Dramatik fehlt es dem Stoff der 1884 uraufgeführten Oper nicht. Adrian Kelly, der sein Gespür für Massenet bereits mit „Werther“ bewiesen hat, wird das Mozarteumorchester dirigieren.

Hamlet in konzentrierter Form

Handeln oder tatenlos zusehen? Lieben oder die eigene Liebe opfern? Hamlet, Thronfolger von Dänemark, hat es wahrlich nicht leicht. Sein Vater, ermordet vom Onkel, erscheint ihm als Geist und fordert Rache. Der Brudermörder sitzt längst am Thron, an der Seite von Hamlets Mutter. Um den Täter zu entlarven, stellt sich der junge Prinz verrückt.

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Nahezu jeder kennt dieses Zitat aus Shakespeares „Hamlet“. Lastet es schwer auf den Schultern eines jungen Schauspielers, solch eine berühmte Rolle zu interpretieren? „Hamlet zu spielen, ist eine sehr große Lust“, meint Gregor Schulz, der in der Inszenierung von Alexandra Liedtke die Titelfigur verkörpert.

„Das Spannende ist, dass wir alle immer lesen, dass er sich wahnsinnig gibt, aber während der Proben haben wir herausgefunden, dass alles, was er sagt, während er wahnsinnig spielt, Wahrheiten sind.“

Regisseurin Alexandra Liedtke hat Shakespeares Personal auf sechs zentrale Rollen reduziert, Puppenspieler inklusive. Das Stück läuft noch bis Februar.

Von Petra Suchanek

Bildtext: Massenets Oper „Manon“ feiert am 21. Oktober Premiere am Landestheater. Foto: Christina Baumann-Canaval