Flusskreuzfahrten: Erste Reihe fußfrei

Die Sehenswürdigkeiten ziehen an einem vorbei. Schiffbare Flüsse gibt es fast überall. „Man fühlt sich fast wie im Kino“, erzählt Susanne B.

Sie hat mit ihrem Ehemann gerade eine einwöchige Flusskreuzfahrt auf Saar, Mosel, Rhein und Neckar mitgemacht. „An Deck genießt man den ungestörten Ausblick auf eine Landschaft, die faszinierend und abwechslungsreich ist.“ Was das Steuerberaterehepaar zudem tief beeindruckt hat, ist das Gefühl der „Entschleunigung“.

Stress und Hektik seien an Bord schnell vergessen, alles wohl organisiert und vorbereitet, sodass man sich einfach nur noch fallen lassen muss. Auch das Essen sei super und die geführten Besichtigungen hoch interessant gewesen, resümieren die beiden weiter. „Aber man wird zu nichts gezwungen, man kann eine Stadt auch genauso auf eigene Faust besichtigen.“

Ein ständig wachsender Trend

Flusskreuzfahrten sind schon länger im Trend, doch aktuell zieht es immer mehr Menschen an Bord. Moderne Schiffe bieten alle Annehmlichkeiten bis hin zu Spa- und Wellnessbereichen. Auch integrierte Schwimmbäder sind keine Seltenheit. Die Reisedauer variiert von zwei oder drei Tagen und reicht bis zu zehn Tagen und mehr.

Besonders idyllisch: Weinberge und Burgen

Schiffbare Flüsse gibt es fast überall auf der Welt. Wer das Vergnügen ohne lange Anreise genießen will, hat dazu in Deutschland, Holland oder Frankreich genug Gelegenheit. Auf dem Rhein warten zahlreiche Burgen und Schlösser sowie traditionsreiche Städte.

Beliebt sind auch Moselkreuzfahrten. Das Tal der Mosel ist eine der reizvollsten Flusslandschaften Deutschlands, die man bei einer Kreuzfahrt entdecken kann. Mit zahlreichen Windungen und Schleifen bahnt sich der Fluss seinen Weg durch die rheinpfälzischen Weinberge. An den Ufern bezaubern Burgen und Ruinen, die auf steilen Felsen thronen.

Zu den Highlights zählen etwa die im 11. Jahrhundert erbaute Reichsburg Cochem, der Marktplatz in Bernkastel oder das Brückentor in Traben-Trarbach. Bei einem Spaziergang durch die Weinberge sollte man unbedingt den berühmten Mosel-Wein verkosten – am besten in einer der urigen „Straußwirtschaften“.

Bei einer Fahrt auf der Donau lässt sich deren beeindruckender Verlauf von den Ursprüngen im Schwarzwald bis zur Mündung im Schwarzen Meer verfolgen. Flusskreuzfahrten auf Rhone, Loire oder Seine führen ebenfalls durch beeindruckende Landschaften. Bei den Landausflügen genießt man zusätzlich die französische Küche, den französischen Wein und viele historische Orte entlang der Ufer.

Ein Erlebnis für Jung und Alt

Das Image, eher etwas für ältere Leute zu sein, wandelt sich gerade. Denn auch immer mehr junge Leute schätzen Komfort und stressfreies Reisen . Bei vielen Flusskreuzfahrten stehen zusätzliche Aktivitäten wie Radfahren, Fußball oder Wandern auf dem Programm.

200 Passagiere oder weniger haben auf einem Flussschiff Platz.

Auch die Kabinen sind kleiner als ihre Pendants auf dem Meer, aber nicht zu klein für Komfort. Das Besichtigungsprogramm ist dicht, die Animation eher dezent.

Von Michaela Pircher