Macht schlau: Der Gscheidlingpolster

Die richtigen Schlaumacher-Kräuter getrocknet und in ein kleines Polsterl gesteckt – Da wird Lernen zum Kinderspiel.

Nach neun Wochen Gehirndurchlüftung, Freiheit und Sommersonne kommt unweigerlich die Zeit des Schulanfangs.    Es gibt da aber einige Düfte, die beim Lernen helfen. Sie können sozusagen die Gedanken bei der Hand nehmen und in die richtigen Bahnen leiten. So wie im Sommer am Saalachsandstrand, wo wir das Wasser gelenkt haben, immer genau dahin, wo unsere Rinnen gegraben wurden.

Ein Parfumeur würde diese Düfte Kopfnoten nennen. Es sind Düfte, die uns ganz schnell in die Nase stechen – angenehm oder unangenehm. Gute Kopfnoten zum Lernen und Konzentrieren sind vor allem zitronige Düfte. Da finden wir bei den einheimischen Pflanzen nicht soviel, aber von unseren südlichen Nachbarn haben wir einige geholt, die bei uns auch ganz gut wachsen: Zitronenmelisse, Zitronenverbene oder Zitronenthymian etwa. Da kann man sich gar nicht sattriechen! Wir können auch Zitronenschale trocknen und verwenden. Dann darf noch Erfrischend-Mentholiges dazu, für jüngere Schüler vielleicht Apfelminze, für ältere eine starke Pfefferminze. Auch dem Basilikum wird Gedächtnisförderung nachgesagt. Und, nicht zu vergessen: Rosmarin! Da hat mir schon der alte Eggerbauer erzählt, dass man Rosmarin dem Bräutigam anstecken soll, damit er nicht vergisst, wen er geheiratet hat. Rosmarin stärkt den Kreislauf und das schadet nicht bei den vielen Stunden auf der Schulbank.

Das wichtigste beim Gscheidling-Polster-Machen ist wahrscheinlich die ganz individuelle Auswahl der Kräuter. Also jeder wählt selbst aus, was er mag. Die Kräuter werden gut getrocknet und in ein Baumwollsackerl gefüllt. Das kann ganz klein sein und passt vielleicht sogar ins Federpinal.   Aja, eines noch: der Duft wird beim Lernen zuhause und beim Test in der Schule verwendet. So funktioniert die Erinnerung dann genau so wie Pawlow das mit seinen Hunden gemacht hat, über einen konditionierten Reiz. Zu bedenken ist nur: ein Gscheidling hat Innergebirg ja nicht den besten Ruf.

Von Karin Buchart