Wenn der Buschauffeur tanzt

Bewegte Tage am Bahnhof beim Musikfestival „Take the A-Train“ von 13. bis 16. September

Sommer: Du rufst jemanden an. Er meldet sich nicht. Dann ruft er zurück und sagt, er sei in Griechenland. Seine Hängematte, in der er liege, schaukle sanft zwischen zwei Olivenbäumen hin und her.

Schön! Der, dem es da so richtig gut geht, heißt Andreas Neumayer. Mit Markus Rauchmann veranstaltet er heuer zum vierten Mal das Musik-Festival Take The A-Train. Es ist ein Publikumsmagnet. „11.000 Zuschauer hatten wir letztes Jahr. Das kann sich sehen lassen,“ sagt Neumayer, der als Leiter des Jazzit Salzburg einen Club schuf, den das Fachmagazin „Down Beat“ zu den besten seiner Art zählt.

„Immer ging es uns um die etwas andere Bespielung spezieller Orte. Wir wollen Bewegung in und rund um den Salzburger Hauptbahnhof erzeugen.“ Heuer sind 40 Konzerte geplant. Sally Goldenboy, Salzburgs bekanntester Obus-Chauffeur, hat in den Stehpausen stets Zeit für Tanzeinlagen. Bespielt werden ja auch Busse und die Lokalbahn.

Bewegend, nämlich emotional bewegend, wird das Sonnenaufgangskonzert von Aeham Ahmad, einem syrischen Pianisten und Flüchtling. Er ist am Sonntag, 16. 9., ab 6.30 Uhr bei einem Sonnenaufgangskonzert in der Tanzschule Seifert (Skybar) zu erleben. 2013 war Aehams Heimatstadt Yarmouk durch die Kriegswirren völlig abgeriegelt. Über 100 Menschen verhungerten.

Neumayer: „Er wollte sich damit nicht abfinden, lud sein altes Ukraina-Klavier auf einen Rollwagen, spielte in den Ruinen, um gegen den Hunger zu protestieren und den Menschen Hoffnung zu geben. Bis im April 2015 der IS das Viertel unter seine Kontrolle brachte – und Aehams Klavier vor seinen Augen verbrannten.“

Alle Infos finden Sie unter www.bahnhoffestival.at