Weniger ist in diesem Fall mehr

Die blauen Sterne vom Borretsch leuchten mir entgegen! Die sind einfach schön anzuschauen.

So kratzig sich seine Blätter geben, so versöhnlich sind seine Blüten. Da ist nichts mehr hinzuzufügen, die nehme ich einfach frisch vom Garten und lege sie auf verschiedene Speisen.

Besonders lieb gewonnen habe ich aber das Öl seiner Samen. Weil das enthält Gamma-Linolensäure, eine langkettige Fettsäure, die sich in wichtige Stoffwechselvorgänge einmischt. Das Gehirn braucht diese Fettsäure unbedingt. Was auch noch besonders wichtig ist: sie wirkt effektiv entzündungshemmend.

Normalerweise kann diese Gamma-Linolensäure im Körper aus Linolsäure hergestellt werden. Doch wenn jemand eine atopische Veranlagung hat, nämlich eine Neigung zu allergischen Reaktionen, dann macht genau dieser Stoffwechselschritt oft Probleme. Und dafür gibt es dann eine Lösung: Borretschöl.

Da könnte ich jetzt denken, ich trinke gleich einen großen Schluck, weil mein Heuschnupfen hat mich sowieso wieder an meine Pollenallergie erinnert. Und genau das darf man auf keinen Fall machen!

Beim Borretschöl gibt es Grenzwerte und eine Überdosierung wirkt sich ungünstig aus. Als Faustregel gilt: 5% in einer Ölmischung sind ausreichend, ganz egal ob Salbe oder Salatöl.

Ein Salatöl könnte also so ausschauen: aus ¼ Liter Olivenöl, ¼ Liter Walnussöl und 1 EL Borretschöl eine Mischung herstellen, so hat man ein hervorragendes Fettsäuremuster zusammengezimmert. Mit dieser Mischung kann nun nach Belieben das Dressing zubereitet werden.

Borretschöl hilft von innen und außen die Haut elastischer zu halten und zu befeuchten. Bei Gelenks- und anderen Entzündungen empfiehlt sich zumindest ein Versuch, einen halben Teelöffel pro Tag zu nehmen. Meistens brauchen wir nicht viel von den guten Dingen!

Ernährungswissenschafterin Karin Buchart gründete die Traditionelle Europäische Heilkunde, TEH, in Unken. Mail: salbei@teh.at