Schenken macht uns selbst reich

Nachahmenswert: Der junge Tenor Joachim Bischof aus Mühlbach. Er schenkt mit seinem Gesang Freude – kostenlos.

 

„Lass dir ja nichts gefallen. Fahr deine Ellenbogen aus. Setz dich durch! Du musst der Stärkere sein.“ So lautet sie häufig, die Gebrauchsanweisung fürs Leben. Irgendwann in den 1970er Jahren hat es damit begonnen. Die Anleitungen waren erst unverbindlich, wurden aber von Jahr zu Jahr konkreter. Junge Menschen bekommen dieses egomane Regelwerk oft als „Proviant“ mit auf den Weg. Das passiert seit Generationen.

Für seine persönlichen Interessen einzutreten ist eines. Für seine Sache zu kämpfen ebenfalls. Gegen Unrecht aufzutreten in jedem Fall Pflicht. Aber „Ich“ kann dauerhaft kein Rezept sein. Ein Blick auf die Gesellschaft zeigt: Die Anweisung zum Ego-Trip ist kein Glücksbringer. Eine Gemeinschaft kann im Gegenteil nur dauerhaft funktionieren, wenn sie auf einem Miteinander ruht. Inkludiert darin sollte die Überzeugung sein, dass es uns selbst reich macht, wenn wir etwas geben – ohne erst zu fragen, was wir dafür bekommen.

Einer, der das kompromisslos lebt, ist Joachim Bischof. Sie lesen seine Geschichte in der aktuellen Ausgabe des Salzburger Fensters. Der junge Tenor aus Mühlbach am Hochkönig schenkt Passanten kurze Auszeiten. Er singt gratis für sie. Versucht Momente und Begegnungen dadurch zu beseelen. Er ist ein Vorbild! Und er nimmt wahr: Wer gibt, beschenkt sich selbst. Diese Erfahrung macht Joachim Bischof bei seinem Auftritten oft. Chapeau!

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