Im Herzen der Hohen Tauern

Hohe Dock und Bärenkopf: Ein Bergerlebnis in der grandiosen Welt der Dreitausender.

3348 und 3396 Meter – die markante, trapezförmige Hohe Dock und der wuchtige Große Bärenkopf gehören schon zu den ganz Großen in den Hohen Tauern. Mit etwas Wetterglück und mit etwas Planungsgespür kann man die beiden Gipfel im Herz der Hohen Tauern inzwischen eisfrei überschreiten. Eine einfache Bergwanderung ist das freilich trotzdem nicht – es handelt sich um ein ernstes hochalpines Unternehmen in der grandiosen Welt der Dreitausender, das bei Vereisung oder Schlechtwetter schnell problematisch werden kann.

Ausgangspunkt:

Gasthof Tauernhaus (1152 m) in Ferleiten – Parkplatz Mautstelle Großglocknerstraße.

Zustieg Schwarzenberghütte:

Vom Tauernhaus auf der Straße taleinwärts bis zur Abzweigung (Wegweiser) bei der Vögerlalm. Nun am Mainzer Weg in vielen Kehren bergauf. Spektakulär ist die Hängebrücke über dem Abfluss des Hochgrubenkees (1150 Höhenmeter, 3,5 Stunden).

Überschreitung:

Am markierten Weg (bei der Wegteilung links nach Süden) zuerst über Gras, dann über Schutthalden ins Remsschartl (2671 m). Hier beginnt der Gipfelanstieg auf die Dock. Die Strecke ist weitgehend mit Seilen versichert, fast immer steil, aber technisch nie schwierig (kurz B und I). Man sollte sich jedoch nicht vollständig auf die Sicherungen verlassen, wiederholt trifft man auf instabile Verankerungen. Zum Schluss etwas luftiger zum Gipfelkreuz (1100 Höhenmeter, 3,5 Stunden). Die Schlüsselpassage der Tour ist der Abstieg in die Dockscharte (3234 m). Auch hier sind Stahlseile vorhanden, dennoch sind Passagen (ein steiler und luftiger Aufschwung wird rechts, nordseitig umgangen) bis in den II. Grad zu meistern. Die Stahlseile waren bei den Begehungen des Autors nicht immer vertrauenerweckend. Der Weiterweg ist einfach mit kurzen Stellen im I. Grad: Man folgt – je nach Schneelage – dem Schutt- oder Firngrat (Steigeisen!) auf den Großen Bärenkopf, steigt in die Keilscharte hinab und kommt entlang der Steigspuren auf den Mittleren Bärenkopf (3359 m). Nun am gut erkennbaren Weg entlang des Eiswandbichels nach Süden zur Oberwalderhütte. (1450 Höhenmeter, 7,5 Stunden)

Abstieg Oberwalderhütte:

Abstieg von der Oberwalderhütte entlang des Hüttenweges zum Gamsgrubenweg, wegen der Steinschlaggefahr herrscht Helmpflicht. Von der Franz-Josef-Höhe kann man für die Rückfahrt ein Ticket für den Glocknerbus buchen oder (funktioniert erfahrungsgemäß immer) per Autostopp nach Ferleiten zurücktrampen.

Wissenswertes

Anforderung: Sehr anspruchsvolle Bergtour, leichte Hochtour (Westalpenskala F). Am besten mit zwei Übernachtungen. Nur für routinierte Alpinisten!
Ausrüstung: Hochalpine Bergausrüstung, Helm, Kletterhandschuhe. Je nach Bedingungen (auf den Hütten erfragen) Gletscherausrüstung erforderlich.
Karte: AV-Karte Nr. 40, „Glocknergruppe“, 1:25.000. Literatur: Willi End, AV-Führer „Glocknergruppe“, Verlag Rother, 10. Aufl., München 2003.
Topo: www.bergsteigen.com Einkehr/Übernachtung: www.alpenverein.at/schwarzenberghuette,
www.oberwalderhuette.at
Info Glocknerbus:
www.grossglockner.at

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