Generation Himbeersaft liebt die süße Beere

Himbeeren schmecken herrlich süß, obwohl sie voller Säuren sind. Die wiederum tun unserem Darm gut.

Die Himbeersaft-Generation geht jetzt bald in Pension. Irgendwie gehöre ich da auch dazu. Wir haben die große Durstlösch-Errungenschaft des 20. Jahrhunderts hautnah erleben dürfen: Verdünnungssäfte! Knallorange oder himbeerrosa. Und die gab es im Konsum, die musste man gar mehr nicht selber machen. Wenn Mama den mit Wasser aufgegossen hat, war er freilich nur ganz hellrosa. Aber wenn wir ihn selbst hergerichtet haben, dann war er dunkelrosa und hat unglaublich süß geschmeckt. Heutige Mamas würden durchdrehen.

Die Himbeere ist an sich schon eine recht interessante Beere. Sie macht ja so einen sanft-weichen Eindruck, als wär’ sie der größte Softy. Deshalb glaubt auch fast keiner, was da in Wirklichkeit drinsteckt: Eine Menge Pflanzenschleime, die kann man sich noch einigermaßen vorstellen, aber viele Säuren? Und zwar mehr organische Säuren als in Ribisel! Das ist kaum zu glauben, weil Himbeeren schmecken zart süß und Ribisel sauer. Die Süße kommt dadurch zustande, dass die Pflanzenschleime den sauren Geschmack abfangen. Die Säuren sind aber trotzdem da und erreichen auch den Darm, wo sie eine begehrte Energiequelle für die Epithelzellen sind. Hinzu kommen auch noch die Flavonoide, die der Himbeere die Farbe verleihen und antioxidativ wirken. Vielleicht mögen deshalb kleine Kinder Himbeeren so gerne?

Himbeersaft wirkt kühlend und befeuchtend, sagt man. Das wird übrigens den meisten Schleimdrogen nachgesagt, weil sich die Pflanzenschleime so schön über unsere Schleimhäute legen und sie feucht und kühl halten. Himbeersaft ist also ein altes Hausmittel, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn eine kühle Prise gefragt ist: Bei Fieber, nach dem Sport und an ganz heißen Tagen.

Von Karin Buchart

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