Höchster Luxus auf Schloss Mönchstein

 Unter der neuen Glaskuppel von  Schloss Mönchstein tafeln.

In Hans-Peter Wild steckt ein Schelm. Der aufblitzt, wenn der Milliardär erzählt, wie er zum Schloss Mönchstein kam (quasi wie die Jungfrau zum Kind): „Bei der Konkurs-Aktion haben wir 10,1 Millionen geboten. Wir habe gedacht, der Mateschitz bietet sicher 14, 15 Millionen. Bot er aber nicht. Und bumms hatte ich das“. Wäre ein schöner Titel für eine Seifenoper. „Plötzlich Schlossherr“.  Wobei der Kaufpreis als Schnäppchen zu sehen ist. Die Vorbesitzer hatten sich mit Renovierungskosten von 18 Millionen Euro übernommen, Bankrott. Allerdings steckte Wild seit 2005 noch einmal 25 Millionen in den Betrieb. Es gab im Mai bei der Wiedereröffnung einen kurzen Schreck-Moment, als Wild sagte, nun könne der Betrieb ja dieses Geld wieder erwirtschaften. War nur ein Scherz. Das Hotel muss jetzt „nur“ die laufenden Kosten hereinbringen.

Was ist von den insgesamt 43 Millionen zu sehen, die ins Schloss flossen? Die Glaskuppel sogar von weitem. Eine spektakuläre Konstruktion, mit der sich der Architekt dem alten Bau „nicht anbiedern“ wollte. Es gibt einen Pool im Park zu bestaunen und 24 luxuriös ausgestalteten Zimmer. Die Preise der Suiten in der Festspielsaison sind atemberaubend, über 2.000 Euro pro Nacht. Bei der Auslastung hilft sicher, dass das Schloss Mönchstein zum schönsten Schlosshotel der Welt erwählt wurde. Was haben die Salzburger nun vom höchsten Luxus? Empfehlen kann der Vorkoster ein Picknick im Park, sehr vergnüglich. Entspannend soll auch ein Tag im großen Spa des Hauses sein. Hauptattraktion wird das neue Restaurant werden, The Glass Garden. Trotz sieben Monate Sperre ist das gesamte Team wieder da – mit Küchenchef Markus Mayr an der Spitze. Das war Wild wichtig, aus schlechter Erfahrung, als er 2005 erstmals in seinem neuen Haus aß: „Der Koch war ein riesiger Kerl, der hätte Rugby-Spieler werden sollen. Was der gekocht hatte, konnte man nicht essen.“

In der Mitte des Restaurants thront eine bunte Glasskulptur, eindrucksvoll – und doch wird der Blick unweigerlich nach außen gelenkt, durch die großen Fenster Richtung Stadt. Eine Handvoll Tische steht in der begehrten ersten Reihe. Es ist schön sitzen dort. Die Karte zeigt, was zu erwarten war: Luxus ist mitnichten billig. Bemerkenswert der Küchengruß: kein Angeberprodukt, „nur“ ein entbeinter Hühnerflügel, aber jener Teil des Tieres mit dem dichtesten Aroma, wunderbar.  Mayr kombiniert gern, kalt und lauwarm, Spitzpaprika-Eis mit Marille (€ 16), verbunden durch gemeinsame Süße. Oder ein Stück Spanferkelbauch mit Jakobsmuschel (€ 16), dazu in wechselnder Frische eine Zitronensauce, Gurke und Tomate und als haptische Abwechslung ein paar Kruspeln. Erstklassig. Der Fisch namens Cobia (€ 32) war festfleischig und hatte wilden Broccoli als ungewöhnliche Beigabe. Brust und Keule der Taube (€ 35) zart gebraten, Kirschen sorgten für säuerlich Kontrast. Und der süße Kräutergarten zum Schluss (€ 16): um ein Basilikum-Sorbet ein Kranz aus Gewürzen samt grünem Apfel und weißer Schokolade – seufzerlösend.

Über mancher Speise blitzte schon die dritte Haube. Hans-Peter Wild gehört ja auch der Goldene Hirsch. Der kann sich beim Umbau im kommenden Winter auf einige Millionen-Investitionen gefasst machen.

Schloss Mönchstein, Mönchsberg 26, 5020 Salzburg, Tel. 0662/848555-0, www.monchstein.at