Reisen wie früher: Auf Schienen durch die Welt

Nostalgiereise durch Schottland oder Nachtfahrt nach Rom? Der Zug zieht wieder. Nicht nur aus ökologischen Gründen.

In Salzburg um 22 Uhr in den Zug steigen, knapp 12 Stunden später ausgeruht in Rom aussteigen – ab 69 Euro ist man im Schlafwagen mit dabei (eine Fahrt). Bucht man Liege- oder Sitzwagen reist man noch um einiges günstiger (ab 29 Euro). Dazu kommt: Zugfahren ist umweltfreundlich, man kann im Gegensatz zum Flugzeug Zwischenstopps machen und steht nicht im Stau. Kinder haben auch mehr Bewegungsfreiheit als in Auto oder Flugzeug.

Städtereisen mit Zug sind praktisch. Auch menschenleere Landstriche wie hier in Alaska (oder im Hauptbild auf der Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn) kann man durchstreifen. Bilder: Pixabay

Das wissen Reisende wieder zu schätzen, sagt ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder: „Nachtzüge waren vor Jahren fast totgesagt. Die ÖBB ist vor eineinhalb Jahren massiv in das Geschäft eingestiegen, wir sind der führende Anbieter in diesem Bereich. Im nächsten Jahr haben wir 16 Nachtzuglinien in ganz Europa.“

Von Salzburg aus reist man nächtens besonders bequem Richtung Italien (Mailand, Rom, Venedig), mit Partnerunternehmen geht es auch gut über Wien nach Polen (Krakau) oder Rumänien (Bukarest). Doch auch Tagesfahrten mit dem Zug nehmen hinsichtlich Kundeninteresse an Fahrt auf.

Wie früh man buchen sollte, hängt von Reisezeit und -klasse ab. Am schnellsten sind die Schlafwägen ausgebucht. Grundsätzlich gilt (wie bei Flugreisen): Je knapper die Plätze in einem bestimmten Zug, desto teurer werden sie. Frühzeitig buchen lohnt sich also (Tipp: nach Angeboten wie der Sparschiene Ausschau halten).

Unterwegs in fernen Ländern: Transsib & Co.

Noch einen Vorzug hat das Bahnfahren: Während die Landschaft draußen langsam vorbeizieht, kommt man beim rhythmischen Rattern des Zuges vom Alltagsstress so richtig runter.

Durchstreift man ferne Länder mit der Bahn, kommt man oft auch in Kontakt mit Einheimischen, wenn man das will. Wochenlang kann man etwa mit der Transsibirischen Eisenbahn reisen, die von Moskau bis nach Wladiwostok fährt und auf 9000 Kilometern Länge rund 400 Bahnhöfe passiert.

So einfach das Reisen mit der Bahn, so luxuriös kann es sein: Manche Unternehmen setzen auf Nostalgiezüge: Der Al Andalus Express etwa verbindet die sehenswerten Städte Südspaniens, der Pride of Africa führt von Kapstadt (Südafrika) bis zur Ostküste Tansanias und der Royal Scotsman durchfährt von Edinburgh aus die schottischen Highlands.

Von Petra Suchanek