Zwei Insider-Tipps aus Rovinj

Der Vorkoster speiste vorzüglich – auf einem Campingplatz. Und fand eine hübsche Portion Süden.

Eine kulinarische Aufwärtsspirale: Weil man in Rovinj gut essen kann, kommen Feinschmecker in Scharen in Istriens schönste Stadt, speziell aus Österreich. Und weil so viele Feinschmecker kommen, sperren stets neue Lokale mit Anspruch auf. Der Vorkoster besuchte zwei Insider-Tipps.

Zuerst auf einen Campingplatz. Wohin? Doch: Die Anlage Ulika am Meer in Polari, ein paar Kilometer südlich der Altstadt, ist kinderfrei und edel gestaltet. Zum Restaurant Barba Danilo führt ein eigener Eingang.

Das Mobiliar auf Loggia und Terrasse ist elegant, die Tische sind fein gedeckt. Schon äußerlich zu sehen: Die haben sich etwas vorgenommen. Wir trafen vor allem Italiener als Gäste, auch Engländer, wenig Deutsche. Ein Geheimtipp, der sich langsam herumspricht. Es gibt 24 Plätze, ohne Reservierung läuft nichts.

Die Karte verspricht Genüsse. Acht Vorspeisen, jede verlockend. Wir nahmen perfekt gegarte Flugentenbrust, lauwarm auf aromatischem Schwarzbeer-Mus samt Honigmelone, eine mollig-fruchtsüße Kombi. Dann der Kracher: Sardinen, fein-säuerlich mariniert, auf ungeniert buttrig-süßer Zwiebelmarinade, darüber geraspelt Orangen-Zesten, ein wunderbares Säure-Süße-Spiel.

Sanft ein Oktopus-Salat auf Rucola zwischen den Aroma-Polen aus getrockneten Tomaten und geriebenem Parmesan. Medium rare die Medaillons von Thunfisch, umbröselt von Sesam, ganz leicht die Schärfe, exzellent. Eis von so etwas Deftigem wie Gorgonzola? Mit nur einer Ahnung Blauschimmel ganz vorzüglich, gut passend zum Birnen-Kompott. Und die istrische, kräftigere Variante des Ricotta mit Keksen in Kirschenragout – wieder so ein süß-säuerliches Vergnügen.

Das Service ist professionell, vielsprachig und flink, die Weinkarte bietet alle ersten Gewächse der Halbinsel. Die Preise sind akzeptabel, wir bezahlten samt einer guten Flasche genau 100 Euro. Kulinarisch ist das Barba Danilo zwei Hauben wert, eines der besten Restaurants Istriens. Da wächst Erfreuliches.

Gegenüber von Rovinjs Museum steigt eine bunte Gasse den Hügel hinauf, gesäumt von sechs Gastgärten. In diesem Gewirr: Wo isst man gut? Es mag helfen, von Speisenkarte zu Speisenkarte zu schreiten. Doch genau bei jenem Lokal, das mehr bietet als Pommes und Pizza, ist kein Tisch mehr frei. Uns half ein Tipp, wir hatten bei Tutto bene reserviert.

Wobei der Name in die Irre führt. Gereicht wird hier moderne kroatische Kost mit Pfiff. Die kalte Tomaten-Paprika-Suppe erfreute mit fruchtiger Süße, die Jakobsmuscheln waren frisch, wenn auch die Avocado-Creme etwas schwer wirkte. Die Vorkosterin musste einen Berg Muscheln abarbeiten, ehe sie zum angenehm chili-scharfen Sud durchkam.

Das Rindfleisch samt Speckkruspeln war röstig gebraten und lag auf viel buntem Salat. Zur türkisfarbenen Panna cotta gab es eine gute Fruchtsauce. Eine hübsche Portion Süden.

Der Ober ist herumgekommen in Europa, arbeitete lange im Zillertal und schätzte, dass an manchen Abenden 80 Prozent seiner Gäste aus Österreich stammen. Die Lust, gut zu speisen, ist offenbar ausgeprägt in Austria.

(Keine Bewertung)

Barba Danilo, Polari 5, 52210 Rovinj, Tel. 00385 52 830 002, www.barbadanilo.com.
Tutto bene, Via E. de Amicis 16, 52210 Rovinj, Tel. 00385 95 852 4383, keine Website.

 

Am Foto: Das Tutto bene in  Rovinj. Bild: VOKO

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