Schwarz, süßsauer und kraftvoll

Schwarze Ribisel sind kleine Wunderkugeln in punkto Gesundheit. Mit Honig eingefroren bleiben sie haltbar.

Mit den Ribiseln habe ich ja lange Zeit nur das Pflücken verbunden, und dazu hatte ich in jungen Jahren gar keine Lust. Pünktlich wenn die Ribisel reif waren, war ich nicht mehr aufzufinden. Das erzählt zumindest meine Familie.

Später, als ich in Bayern gearbeitet habe, sind sie mir wieder aufgefallen, weil die deutschen Patienten das Wort Ribisel in meinen Rezepten so lustig und unverständlich gefunden haben. Jetzt sieht das schon ganz anders aus. Die schwarzen Ribisel mag ich inzwischen besonders gerne, frisch vom Strauch. Sie haben so einen eigenartigen Duft und Geschmack, doch wenn sie richtig reif sind, sind sie unwiderstehlich.

Dass sie viele organische Säuren enthalten, hat wohl jeder schon geschmeckt. Spannender ist jedoch, was die Johannisbeere damit alles kann. Die Mixtur der Inhaltsstoffe der Knospen, Beeren und Blätter wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. Die kleinen Kerne in den Beeren enthalten bis zu einem Drittel Gamma-Linolensäure, eine Fettsäure, die ziemlich rar ist und sonst in nennenswerten Mengen nur im Nachtkerzenöl und Borretschöl vorkommt.

All diese Pflanzenwirkstoffe der dunklen Beeren sind gut für die Haut, entzündungshemmend und gegen Durchfall. In Frankreich schätzt man die Schwarzen Ribisel bei chronisch venöser Insuffizienz, weil sie die Gefäße stärken und undurchlässiger machen.

Hausmittel aus den schwarzen Johannisbeeren habe ich in vielen Ländern gefunden, von Frankreich bis Russland, und die meisten sind ganz einfach herzustellen, wie zum Beispiel dieses: Reife, schwarze Ribisel mit Honig in der Küchenmaschine mixen zu einer Paste und in kleinen Portionen einfrieren.

Dabei darf ruhig ordentlich gemixt werden, damit die gute Fettsäure zumindest teilweise aus den Kernen heraus kommt. Das Mischungsverhältnis zwischen Beeren und Honig kann ich gar nicht festlegen, weil wenn es um süß und sauer geht, hat jeder ein anderes Empfinden!

Von Karin Buchart

Ernährungswissenschafterin Karin Buchart gründete die Traditionelle Europäische Heilkunde, TEH, in Unken.  Mail: salbei@teh.at

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