Urtümlich: Der Berg der toten Bäume

Der Rußberg steht im Schatten des berühmten Nachbarn Gamsfeld. Er ist etwas für Individualisten und selten besucht.

Auf ihn führt kein markierter Wanderweg: Entsprechend selten besucht ist der 1666 Meter hohe Rußberg an der Grenze zwischen Salzburg und Oberösterreich. Beide Zustiege, jener von Bad Goisern und der vom Pass Gschütt, führen durch eine urtümliche und relativ unberührte Landschaft.

  • Ein bisserl entrisch - aber doch ganz schön: Rußberggipfel. Foto: Thomas Neuhold
  • Malerisches Hexenhäusl: Die Hohe Knallalm. Foto: Thomas Neuhold
  • Die scharfe Gosaukamm-Skyline vom Rußberg aus gesehen. Foto: Thomas Neuhold
  • Urwaldfeeling am Rußbergtörl. Foto: Thomas Neuhold

 

Ausgangspunkt

Traunbrücke, Bad Goisern Weißenbach (490 m). Zufahrt von der B 145 nördlich von Bad Goisern.

Route

Mit dem Bike am Weissenbachwirt vorbei taleinwärts, bei der Gabelung den linken Ast nehmen und flach steigend bis zur Abzweigung der Knallbachstraße fahren. Hier hinauf bis zum Straßenende (800 m) etwas steiler. (Ohne Bike-Unterstützung wird der Hin- und Rückweg durch das Weißenbachtal zum elenden Hatscher und macht wenig Sinn.)

Nun weiter zu Fuß kurz auf einem Hohlweg, dann bei einer verwitterten Tafel „Gamsfeld“ in den Wald abzweigen. Wir folgen dem Steig südwärts, queren eine Forststraße, bis wir auf zirka 1000 Meter Seehöhe wieder auf eine Forststraße treffen. An deren Ende beginnt der steile Anstieg hinauf zur Hohen Knallalm (1301 m, Wegweiser). Nun weiter nach Süden ins Rußbergtörl (1450 m) und auf der anderen Seite kurz ein paar Meter steil absteigen.

Bei zwei hölzernen Wegweisern (1400 m) verlässt man den markierten Weg direkt nach Süden und steigt zwischen Felsbändern entlang eines mit Steinmandln schwach markierten Steiges Richtung Rußbergalm bergauf. Vor der Alm verlässt man aber den Steig und es geht nun weglos nach Süden – wie es die umgestürzten Bäume erlauben – direkt zum Gipfelkreuz. Abstieg wie Anstieg.

Variante von Rußbach/Gosau

Diese Rundtour ist kürzer, aber verlangt viel Gespür fürs teils weglose Gelände. Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Straße über den Pass Gschütt östlich der Passhöhe (910 m). Die weiteren Stationen lauten Wiesthalalm, Wiesalm und Rußbergtörl. Nun weiter wie oben auf den Gipfel.

Der Abstieg führt weglos vom Gipfel nach Norden, man hält sich aber etwas links des Anstiegspfades (Nord-Nord-West) bis man zur Rußbergalm (Jagdhütte, 1574 m) kommt. Von der Hütte nach Westen hinunter auf eine Forststraße und auf dieser südwärts. In Folge bleibt man einfach auf der Forststraße bis man auf den Anstiegsweg trifft. (850 Höhenmeter, 4,5 Stunden)

Wissenswertes

Anforderung: Mittelschwere Bergwanderung, tlw. weglos, Orientierungssinn notwendig. 1150 hm, 4h im Anstieg.

Ausrüstung: Wanderausrüstung, Mountainbike.

Karte: Kompass Nr. 20, „Dachstein“, 1:50.000.

Literatur: Thomas Neuhold, „85 neue Tagesrundtouren“, Verlag Pustet, Salzburg 2016.

Einkehr: www.weissenbachwirt.at