Vorm Anpfiff zum Barber

Am 14. Juni startet die Fußball-WM in Russland. Das sportliche Großereignis ist immer auch eine Frisurenschau.

Wenn die Augen von Millionen von Zusehern auf einen gerichtet sind, will man sich keine Blöße geben, klar. Kickerstars wie Cristiano Ronaldo sind bekannt dafür, kein Haar am Kopf dem Zufall zu überlassen.

Bei der diesen Donnerstag startenden WM in Russland sind deshalb nicht nur flotte Beine am Rasen, sondern ebensolche Frisuren am Spielerhaupte garantiert. Was trägt man(n) denn aktuell? „Im Moment ist es wieder lockerer, es herrscht mehr Vielfalt.

Friseur Darwish begrüßt in seinen beiden Friseursalons in Lehen regelmäßig Kicker von Red Bull Salzburg. Foto: Suchanek

Man will seinen Typ hervorheben, jeder möchte im Stadion auffallen“, sagt Fakhreddin Darwish. Der gebürtige Syrer kennt sich aus in Sachen Fußballer-Wünsche, er empfängt in seinen beiden Friseurläden in Lehen regelmäßig Kicker des FC Red Bull Salzburg. Die meisten mögen es nach wie vor seitlich kurz, oben etwas länger und dazu Vollbart, weiß Darwish.

Ex-Salzburg-Kicker Sadio Mané stach kürzlich beim Champions-League-Finale mit blondiertem Streifen hervor, eine Stylingvariante, die gerade afrikanischstämmige Spieler mögen, sagt Darwish: „Ich habe das bei Haidara gemacht. Es ist eine gute Möglichkeit, mit Farbe anstatt mit dem Messer Streifen zu machen. Das hält länger und schaut besser aus. Graufärben, Blondieren, Strähnen, das ist bei diesen Spielern gefragt“, so Darwish.

Auch der Afro (z. B. Fellaini) ist wieder da, was natürlich eine Frage des Haartyps ist. Generell wird es etwas natürlicher. Ronaldo und Neymar zeigten sich zuletzt mit locker liegendem Haupthaar, der strenge Scheitel, wie ihn etwa Sergio Ramos trägt, ist kein Muss mehr. Der Pony darf auch wieder in die Stirn hängen.

Auch Tormann Alexander Walke lässt sich von Darwish die Haare schneiden. Er nahm auch schon seinen Sohn mit in den Friseursalon. Foto: Darwish Friseur

Dass Fußballer in Sachen Frisuren Vorbildwirkung haben, merkt Darwish auch in seinem Salon. „Es kommen oft Kinder und Jugendliche, die sagen, ich möchte aussehen wie Berisha oder Dabbur“, lacht er. Die Red-Bull-Salzburg-Kicker kommen vor jedem Spiel zu ihm, manche jede Woche.

Berisha ließ sich schon gemeinsam mit seinem Vater bei Darwish die Haare schneiden, Tormann Alexander Walke schaute mit Sohn vorbei. Diadié Samassékou, Duje Ćaleta-Car, Dominik Szoboszlai – sie alle gehen hier ein und aus. Starallüren hätten sie keine, betont Darwish. Dafür wissen sie genau, welchen Haarschnitt sie wollen.

Torjäger Munas Dabbur und RB-Kollege Valon Berisha gehen auch schon mal gemeinsam zum Friseur. Foto: Darwish Friseur

Von Petra Suchanek