Lavendelduft bietet dem Hirn eine Auszeit

Lavendel gibt uns das Gefühl, die Welt sei in Ordnung. Eine Lavendeltinktur ist schnell selbst gebraut.

Eigentlich ist das ja ziemlich überraschend, dass in Salzburg der Lavendel aus dem heißen Süden überhaupt wächst. Aber der ist da nicht so kleinlich und übersteht sogar recht kalte Winter. Ob im Herbst zusammenschneiden oder im Frühling, da scheiden sich zwar die Geister, aber selbst Totgeglaubte treiben dann irgendwann wieder aus. Im Juni ist es dann soweit: Der Lavendel öffnet seine Blüten und beginnt mit seinem kaum endenden Duftstrom. Das betört nicht nur den Gärtner, sondern auch die Bienen. Emsig hüpfen sie von einer Blüte zur nächsten, da ist es ganz schön schwierig  hinzugreifen, ohne sie bei der Arbeit zu stören.

Der Duft des Lavendels ist für mich der Duft von Sommer. Und im Gehirn setzt der ganz schön was in Bewegung. Der Lavendelduft schafft es nämlich, einen Nerv zu reizen, ich glaube, der heißt Raphus nucleus,, um Serotonin auszuschütten. Das Serotonin überzeugt dann das Gehirn, dass eh alles gar nicht so schlimm ist, dass ich ruhig jetzt ein wenig rumhängen kann und auch gar keine Angst vor irgendwas haben brauche. Lavendelduft lässt die Gedanken fliegen und bringt Gelassenheit.

Ich setze den Lavendel auch gerne in Apfelessig an. Dazu gebe ich einen Teelöffel Lavendelblüten in 0,1 Liter. Dann lasse ich den Ansatz eine Zeit lang stehen, vielleicht zwei Wochen, seihe ihn dann ab und fülle ihn mit fünf Teilen Wasser in eine kleine Sprühflasche. Nach dem Händewaschen sprühe ich sie mir mit dem verdünnten Lavendelessig ein und ich erkenne meine rauen Hände dann kaum wieder: Sie fühlen sich so richtig weich und angenehm an. Der Essig stärkt den leicht sauren ph-Wert der Haut und der Lavendel entspannt und beruhigt.  Wer sich jetzt Lavendel und Essig kaufen möchte: Lavandula angustifolia ungespritzt verlangen und einen Essig, auf dessen Flasche „reiner Gärungsessig“ draufsteht.

Von Karin Buchart

Tipp: Von 28. bis 30. Juni finden in der TEH Akademie in Unken „Heilsame Tage“ statt. Der Schwerpunkt:
Fermentierte Lebensmittel. Info: Mobil: 0664/886 780 05, Mail: akademie@teh.at